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Kultur

23. März 2017 | 23:07 Uhr

Elbphilharmonie-Konzert live : Programm, Übertragung, Sicherheit: Was Sie zur Elphi-Eröffnung wissen müssen

vom

Bei Youtube gibt es einen Livestream, und die Polizei ist mit zahlreichen Mitarbeitern im Einsatz. Die Infos in der Übersicht.

Hamburg | Nach zehn Jahren Bauzeit wird die Elbphilharmonie am Mittwoch (11. Januar) endlich eröffnet - Promi-Ansturm inklusive. Die wenigsten haben jedoch eine der begehrten Karten ergattert. Doch auch alle anderen müssen nicht traurig sein: Wege, die Eröffnung live mitzuverfolgen, gibt es trotzdem.

Tickets für die Elbphilharmonie sind heiß begehrt – in Online-Auktionshäusern werden sie durchaus für bis zu Tausend Euro gehandelt. Das spektakuläre Konzerthaus in der Hansestadt feiert an diesem Mittwoch Eröffnung.

Was steht überhaupt auf dem Programm?

Unter Leitung von Chefdirigent Thomas Hengelbrock werden die Musiker des NDR-Elbphilharmonie-Orchesters eine musikalische Reise von der Renaissance bis zur Gegenwart unternehmen. Auf dem Programm steht auch die Uraufführung eines Auftragswerks von Wolfgang Rihm, einem der wichtigsten deutschen Komponisten der Gegenwart.

Und wo kann ich die Eröffnung sehen?

Das Eröffnungskonzert wird auf verschiedenen Kanälen übertragen. Der NDR beginnt mit der Übertragung des Festakts vom Roten Teppich ab 18.30 Uhr, ab 20.15 Uhr wird im Fernsehen zudem das Konzert gezeigt. Ein 360-Grad-Video vom Konzert ist außerdem live auf dem Youtube-Kanal der Elbphilharmonie zu sehen - hier geht es zum Video.

An beiden Eröffnungstagen (11. und 12. Januar) gibt es zudem eine weitere Möglichkeit, das Konzert zu sehen: Der Kaispeicher, die Fassade und die Plaza werden während des Eröffnungskonzerts zur Leinwand eines Licht- und Farbenspiels. Die Musik, die im Großen Saal erklingt, wird in Echtzeit in Farben und Formen übersetzt, die auf das Gebäude projiziert werden. Die Lichtinszenierung ist von Süden und Westen aus zu sehen. Die Musik zum Bild kann über den Radio-Livestream des NDR gehört werden, kündigen die Veranstalter an.

Das Erste zeigt außerdem ab 22.45 Uhr die Langzeit-Dokumentation „Die Elbphilharmonie - Konzerthaus der Superlative“. Um 23.30 Uhr schließt sich eine 30-minütige Zusammenfassung des Eröffnungsabends an.

Am Sonntag, 15. Januar, zeigt Arte dann ab 16.50 Uhr die Dokumentation „Die Elbphilharmonie - Hamburgs neues Wahrzeichen“ und ab 17.40 Uhr die Aufzeichnung des Eröffnungskonzerts, die am Sonnabend, 21. Januar, ab 20.15 Uhr noch einmal auf 3sat zu sehen ist.

Polizei sichert Gelände während der Eröffnung ab

Betonpoller, Sprengstoff-Spürhunde und viele Einsatzkräfte: Mit zahlreichen Maßnahmen sichert die Polizei die Eröffnung ab. Hinweise auf Störungen gebe es nicht, sagte Polizeisprecher Timo Zill am Dienstag. „Es liegt auch keine Anmeldung für eine Versammlung vor.“

Bei dem Sicherheitskonzept seien auch Lehren aus dem jüngsten Anschlag mit einem Lastwagen in Berlin gezogen worden, sagte Zill. Betonsperren an zwei Punkten sollten nun verhindern, dass sich ein solches Szenario in Hamburg wiederholen könne. „Zudem machen Sprengstoffhunde das Objekt sicher.“

Bei dem Einsatz der Polizei Hamburg sei auch der Staatsschutz involviert. Beamte des Bundeskriminalamtes und der Landeskriminalämter werden vor Ort sein. Zur Zahl der Einsatzkräfte insgesamt wollte Zill keine Angaben machen.

„Die Wasserschutzpolizei wird am Mittwoch von 19.45 bis 23 Uhr die Elbe im Bereich des Hauptfahrwassers zwischen Lotsenhöft und Baakenhöft für alle See- und Binnenschiffe sperren“, berichtete Zill. Ausgenommen sei eine Barkasse der Presse. „Daneben haben wir auch noch den Sandtorhafen gesperrt - zwischen 16 und 24 Uhr.“ Fußstreifen der Polizei sollen an den Landungsbrücken unterwegs sein. Dort werden viele Besucher erwartet, die die Lichtinszenierung an der Außenfassade der Philharmonie sehen wollen.

Infografik: Die teuersten Gebäude der Welt | Statista
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Hintergrund: Etappen beim Bau der Elbphilharmonie

  • Oktober 2001: Der Architekt Alexander Gérard tritt an den Hamburger Senat mit der Idee heran, eine neue Konzerthalle auf dem Kaispeicher A zu realisieren.
  • Juni 2003: Die Schweizer Star-Architekten Herzog & de Meuron präsentieren den ersten Entwurf der Elbphilharmonie: eine «Gläserne Welle» auf dem alten Kaispeicher.
  • Juli 2005: Die erste Machbarkeitsstudie geht von Gesamtkosten in Höhe von 186 Millionen Euro aus. Der Anteil der öffentlichen Hand soll bei 77 Millionen Euro liegen. Geplante Eröffnung 2010.
  • November 2006: Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust (CDU) gibt bekannt, dass die Elbphilharmonie teurer wird als geplant. Die Kosten steigen auf 241,3 Millionen Euro, der Anteil der Stadt auf 114,3 Millionen Euro.
  • 2. April 2007: Grundsteinlegung Elbphilharmonie.
  • November 2008: Kultursenatorin Karin von Welck räumt ein, dass sich die Kosten für den Steuerzahler um 209 Millionen Euro auf 323 Millionen Euro erhöhen. Neuer Eröffnungstermin ist im Mai 2012.
  • Mai 2010: Der von der Hamburger Bürgerschaft eingesetzte parlamentarische Untersuchungsausschuss nimmt seine Arbeit auf, um die Ursachen der Kostensteigerungen herauszufinden.
  • 28. Mai 2010: Richtfest auf der Baustelle der Elbphilharmonie. Die Feierlichkeiten werden von Protesten begleitet.
  • Juli 2011: Der Baukonzern kündigt erneut eine Verzögerung an. Nun soll die Elbphilharmonie am 15. April 2014 übergeben werden.
  • November 2011: Stillstand auf der Baustelle: Hochtief stellt die Arbeiten am Dach wegen Sicherheitsbedenken ein.
  • 2. Februar 2012: Ex-Bürgermeister Ole von Beust (CDU) sagt vor dem Parlamentarischen Untersuchungsausschuss aus. Er übernimmt die politische Verantwortung, würde aber wieder so entscheiden.
  • 14. April 2012: Der Senat legt einen Plan zum Weiterbau der Elbphilharmonie vor. Gleichzeitig setzt die Stadt Hochtief ein Ultimatum, das Dach bis zum 31. Mai abzusenken.
  • 23. November 2012: Das Saaldach der Elbphilharmonie wird erfolgreich abgesenkt, das heißt mit dem Gebäude verbunden. Der Streit darüber war einer der wesentlichen Gründe für den Baustillstand.
  • 15. Dezember 2012: Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) verkündet, dass die Stadt die Elbphilharmonie mit Hochtief zu Ende bauen will. Dafür erhält der Baukonzern erneut 200 Millionen Euro, übernimmt aber auch sämtliche Risiken. Fertigstellungstermin: Oktober 2016.
  • Juni 2013: Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) gibt bekannt, wie viel die Elbphilharmonie insgesamt - mit Hotel und Parkhaus - die Stadt kosten wird: 789 Millionen Euro, zehnmal so viel wie geplant.
  • April 2014: Der Untersuchungsausschuss legt seinen Abschlussbericht vor. Danach sind eine unfertige Planung, Chaos auf der Baustelle und überforderte Politiker für das Baudesaster verantwortlich.
  • 26. Juni 2015: Die öffentliche Plaza in 37 Metern Höhe wird der Presse vorgestellt. Kommentar von Kultursenatorin Barbara Kisseler (parteilos): «Da bleibt einem die Spucke weg.»
  • 3. Februar 2016: Die «Weiße Haut» des japanischen Akustikers Yasuhisa Toyota im Großen Saal ist fertig. Die innovative Wandverkleidung soll auf 2100 Plätzen vollen Klanggenuss ermöglichen.
  • 11. April 2016: Generalintendant Christoph Lieben-Seutter stellt das Programm für die erste Saison in der Elbphilharmonie vor. Das «Who is Who» der klassischen Musik will in dem Konzerthaus auftreten.
  • 30. Juni 2016: Der große Konzertsaal mit 2100 Plätzen wird vom Bauunternehmen Hochtief an die Stadt übergeben. Neben Restarbeiten stehen nun die Abnahme des Saals und der technische Probebetrieb an.
  • September 2016: Erste Geheimprobe des NDR Elbphilharmonie Orchesters unter Leitung von Thomas Hengelbrock. Sein Kommentar: «Prima, Herr Toyota. Den nehmen wir!»
  • 31. Oktober 2016: Der Baukonzern Hochtief übergibt intern das fertige Gebäude an die Stadt Hamburg. Auf der gläsernen Fassade erscheint durch erleuchtete Fenster das Wort «FERTIG».
  • 4. November 2016: Festakt zur Übergabe des Gebäudes. Die Plaza, das Hotel und die Gastronomie werden für die Besucher geöffnet.
  • 1. Januar 2017: Uraufführung der Performance «Figure Humaine» von Sasha Waltz & Guests in den Foyers der Elbphilharmonie.
  • 11. Januar 2017: Eröffnung der Elbphilharmonie mit einem Festakt und einem Konzert des NDR Elbphilharmonie Orchesters unter Leitung von Thomas Hengelbrock. Erwartet werden auch Bundespräsident Joachim Gauck und Bundeskanzlerin Angela Merkel.

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erstellt am 11.Jan.2017 | 15:26 Uhr

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