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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

22. Januar 2017 | 11:18 Uhr

Kaffeeröster aus Schönberg : Bestes Aroma fernab der Industrie

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Kaffeeröster Andreas Behn legt Wert auf exklusive Mischungen gleichbleibend hoher Qualität und zu erschwinglichen Preisen

Andreas Behn ist noch nicht lange in Schönberg ansässig. Im vergangenen Juli war er mit seiner Lebensgefährtin Heike Hübner von Hamburg in die Maurinestadt gezogen. Erst mit der Kaffeerösterei in die ehemalige ADAC-Werkstadt und dann auch privat. „Es hat einfach gepasst, die Gegend, die Menschen und natürlich das Objekt“, zählt der 52-Jährige auf. Er habe sich etwas Eigenes aufbauen wollen. In Hamburg sei das ob der hohen Immobilienpreise aber nicht möglich gewesen. „Selbst die Mieten sind da enorm hoch, dass ist für so eine kleine Kaffeebude nicht finanzierbar“, erklärt der gelernte Schifffahrtskaufmann.

Der gebürtige Hamburger war schon immer begeistert vom Kaffee. „Ich habe mir schon als Schüler, lange bevor ich überhaupt Kaffee getrunken habe, von den verschiedenen Kaffeeproduzenten kleine Tütchen besorgt und daran gerochen“, verrät er. Als Schifffahrtskaufmann habe er dann für die Brasilianische Staatsreederei gearbeitet, auch da spielte der Kaffee eine wichtige Rolle. 1990 hatte sich dann ein Bekannter mit einer kleinen Rösterei selbstständig gemacht. Da stand für mich fest, da mache ich mit“, erinnert sich Behn, der davor auch schon mal am Fließband eines großen Kaffeeherstellers gearbeitet hatte. „Etwa zur gleichen Zeit fing ich an, als DJ zu arbeiten. Ein Umstand, der mir später sehr geholfen hat“, berichtet der Unternehmer. Und das bereits sieben Jahre später, als er die 1949 gegründete Rösterei „Fehling“ kaufte. „Da wurde ich betrogen, musste auf einmal Altschulden abbezahlen“, erzählt Behn nicht ohne Groll. Da habe ihn sein zweites Standbein über Wasser gehalten. Vier verschiedene Standorte habe er in Hamburg gehabt, zuerst in einer 56 Quadratmeter großen Wohnung im ersten Stock. Jetzt, bevor er sich die Halle in Schönberg gekauft habe, sei er bei 47 verschiedenen Immobilien zum Anschauen gewesen. Nun produziert er hier auf 210 Quadratmetern.

Behn verwendet für seine Mischungen zehn verschiedene Kaffeesorten – ausschließlich hochwertigen Arabica. „Die Robusta-Sorten werden hauptsächlich in der Industrie verwendet und mit allerlei Zusatzstoffen für ein besseres Aroma versehen“, erläutert der Mikro-Röster. Das sei wie mit der Rose und der Tulpe. Bei beiden gibt es auch unzählige Sorten, aber eine Rose bleibe eben immer eine Rose. Bei der Auswahl seiner Sorten setzt der Unternehmer auf Stammkundschaft und gleichbleibend hohe Qualität, nicht auf Spezialitäten. „Man muss auch auf die Preise achten und die Kirche im Dorf lassen. Was nützt mir eine Kaffeesorte von den Galapagos-Inseln, wenn ich nie sicher sein kann, dass die Ernte auch gelingt. Oder eine Sorte aus Kenia, bei der schon der Preis für die Rohware bei zehn Euro das Kilo liegt“, verdeutlicht Andreas Behn. Nein, seine Kunden sollen den Kaffee auch bezahlen können.

Seine gute Röstmaschine stammt aus dem Jahr 1956. Bei einer Menge von 16 Kilogramm Rohkaffee erhält er nach 15 bis 18 Minuten 13,5 Kilogramm schonend geröstete Kaffeebohnen. In der Industrie beträgt die Röstdauer mitunter nur 90 Sekunden. Theoretisch könnte Behn so pro Tag rund eine Tonne Rohkaffee verarbeiten, also fünf Tonnen pro Woche. „In einem guten Monat röste ich etwa zwei Tonnen, angefangen habe ich mit 220 Kilogramm“, sagt Behn und fügt hinzu: „Eigentlich leben wir hier genau das, was die Werbung von Dallmayr verspricht.“ Und diese Exklusivität bekommt man für 16 bis 25 Euro das Kilo.

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erstellt am 09.Jan.2017 | 05:00 Uhr

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