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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

17. Januar 2017 | 07:48 Uhr

Klosterverein vs. Stadt Rehna : Neuer Streit um das Glashaus

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Klosterverein fühlt sich von der Stadt Rehna ausgebremst und bezichtigt Kommune und Vertreter der Lüge. Die Stadt verweist auf Baurecht

Zerreißprobe in Rehna: Die Stadt und der Klosterverein Rehna befinden sich erneut im Streit. Auslöser ist eine Beschwerde der beiden Vorstandsmitglieder des Klostervereins Eva Doßmann und Burkhard Schmidt gegenüber Bürgermeister  Hans Jochen Oldenburg und  dem Amt  Rehna beim Landkreis Nordwestmecklenburg.  

Stein des Anstoßes ist eine seit 2012 geplante  gläserne Eingangshalle für das Kloster in Rehna.   Der Bau könnte als neues Eingangsportal fungieren, um  dem gestiegenen  Besucherstrom – 23000 Gäste in 2015 – gerecht zu werden. Die Stadt Rehna steht grundsätzlich hinter dem Vorhaben.

Da aus Sicht der  Kommune baurechtliche als auch privatrechtliche Fragen ungeklärt sind, verabschiedet das Gremium Anfang Dezember einen 7-Punkte-Plan, der die  Umsetzung des Vorhabens juristisch  unanfechtbar machen soll.

 Der Klosterverein sieht diese Auflagen  allerdings als Verhinderungstaktik. Er beharrt  dabei auf die Schließung des öffentlichen Weges   vom  Amtsgebäude zur Kloster- und Stadtinformation, um sein Konzept durchzusetzen.

Die Stadt sprach sich   Anfang Dezember gegen eine Schließung des Weges aus (wir berichteten). Ebenso  wird  eine direkte Anbindung des Glasportals an ein Nachbargebäude  aus Gründen des Brandschutzes und  fehlender Zustimmung des Gebäudeeigentümers kritisch gesehen.

Da u.a. der von Rehna vorgeschlagene Kompromissvorschlag – öffentlichen  Weg erhalten – beim Klosterverein abgelehnt wird, wendet sich dieser Mitte Dezember an die Untere Rechtsaufsichtsbehörde und  bezichtigt   die Stadt der Lüge.  Darüber hinaus wird Bürgermeister Hans Jochen Oldenburg im Schreiben vorgeworfen, „die Stadtvertreter bewusst falsch und lückenhaft“ über das Projekt zu informieren. Schmidt und Doßmann  pochen dabei auf  die vom Kreis positiv bescheinigte Bauvoranfrage,    die das Projekt Glasbau grundsätzlich für realisierbar einstuft, aber sämtliche Genehmigungsfragen nicht berücksichtigt.

Nun verlangt die Kommunalaufsicht  Antworten von der Stadtvertretung. Die beriet sich   jetzt zum Sachverhalt. Bürgermeister  Hans Jochen Oldenburg: „Niemand hat mit dem Klosterverein ein Problem. Wir sind froh über  das Engagement der Mitglieder. Wir wissen, was sie  für die Stadt leisten. Dass es hier und da ,Reibereien‘ gibt, das ist normal und  steht in Abhängigkeit  von einzelnen Menschen und  ihren Interessen.“ Der Brief an die Kommunalaufsicht sei jedenfalls nicht der richtige Weg. Oldenburg: „Wir  dürfen uns nicht vor vollendete Tatsachen stellen lassen.“ Er verweist auf  einen Schriftverkehr mit dem Verein, der  die Vorwürfe widerlegen soll. Entsprechende Papiere würden  der Kommunalaufsicht zugearbeitet.

Hans Martin Buschhart, Leitender Verwaltungsbeamter Rehna: „Im September 2016  wurde   auf alle baurechtlichen notwendigen Sachverhalte, die für ein Baugenehmigungsverfahren relevant sind, schriftlich hingewiesen.“ Dabei handelt es sich laut Amt inhaltlich um den im Dezember   2016 von der Stadt verabschiedeten 7-Punkte-Plan.

Auch der Landkreis Nordwestmecklenburg bestätigte gestern die   positiv beschiedene Bauvoranfrage des Vereins. „Dabei handelt es sich um Planungsrecht, ob solch ein Bau überhaupt in die städtebaulichen Planungen hineinpassen würde“,  so  Petra Rappen als Sprecherin des Kreises. Sämtliche bauspezifischen Angelegenheiten würden erst mit dem Bauantrag beleuchtet.

Ob ein Einlenken der  Initiatoren das Zukunftsprojekt  am Kloster   retten kann, bleibt fraglich. Mitte Januar entscheidet die  Leader Aktionsgruppe „Mecklenburger Schaalseeregion“ über die Verteilung der Fördermittel aus dem EU-Topf.  Der Glasbau steht hier mit rund 300000 Euro an vorderster Stelle.

Volker Bohlmann

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erstellt am 10.Jan.2017 | 05:00 Uhr

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