zur Navigation springen

Güstrower Anzeiger

19. Januar 2017 | 17:58 Uhr

GÜstower Bildungshaus : Bildungsträger in der Region verwurzelt

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Verein Güstrower Bildungshaus betreut zirka 500 Jugendliche in sechs Orten.

Im September 2016 feierte der Verein Güstrower Bildungshaus sein zehnjähriges Bestehen. Gegründet hatten ihn Mitarbeiter von Bildungsträgern, hauptsächlich vom IB, das sich in dieser Zeit als Träger von Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen zunehmend zurückzog.

„Überhaupt war es damals eine Zeit des Umbruchs. Bildungsträger gingen in die Insolvenz oder reduzierten ihre Angebote. 2007 gab es im damaligen Landkreis Güstrow zehn Bildungsträger“, erinnert Bildungshaus-Geschäftsführer Jens Lahl. Da war es schon ein Wagnis, nach dem Erhalt der notwendigen Zertifizierung als Güstrower Bildungshaus zu starten. „Am 1. Juli 2007 haben wir begonnen, damals mit zwei Mitarbeitern“, berichtet Lahl. Inzwischen hat sich das in Güstrow ansässige Bildungshaus vergrößert. 30 Mitarbeiter sind für zirka 500 Teilnehmer an Maßnahmen in der Barlachstadt sowie an Dependancen in Gnoien, Teterow, Rostock, Sternberg und Crivitz da. In die Gründungszeit fiel auch die Entscheidung, als Träger des Hauses einen Verein zu gründen. „Damit konnten wir die Verbindung zur Region am besten zum Ausdruck bringen. Es gibt ja Bildungsträger, die agieren deutschlandweit und werden von einer fernen Zentrale ‚fremdgesteuert’. Uns war wichtig, hier vor Ort ein enges Netzwerk aufzubauen“, erklärt Lahl.


Teilnehmer möglichst ganzheitlich betreuen


Als Partner nennt er die Arbeitsagentur und die Jobcenter, aber auch Vertreter der Wirtschaft und aus Kommunen. Während Lahl als Geschäftsführer des Bildungshauses arbeitet, ist Martin Biemann der Vereinsvorsitzende. Neben dieser Verbindung zum Handwerk bestehen über andere Vorstandsmitglieder Kontakte zur Gastronomie oder zu medizinischen Pflegedienstleistungen. Über Weg und Richtung des Vereins entscheidet die Mitgliederversammlung. Für nicht gemeinnützige Aktivitäten des Bildungshauses konnte die LEA GmbH gewonnen werden. Die Gesellschaft, die für Lernen, Erleben und Arbeiten steht, ist gegenwärtig dabei, den Gebäudekomplex des früheren Betriebs Tierische Rohstoffe im Heideweg 60 auszubauen. Auf dem zirka 2000 Quadratmeter großen Areal, das Aufmerksamkeit schon durch seinen farbenfreudigen Anstrich erregt, hat die GmbH, deren Gesellschafter das Bildungshaus ist, unter anderem eine Holzwerkstatt sowie Wohnungen geschaffen. Die Mieter sind zum Teil Jugendliche unter 25 Jahren, die das Gros der Teilnehmer an Maßnahmen des Bildungshauses darstellen.

Die möglichst ganzheitliche Betreuung der Teilnehmer gehört zur Philosophie des Vereins. „Wir ‚adoptieren’ die jungen Leute in gewisser Weise, wollen ihr soziales Umfeld verändern“, erzählt Lahl. Dazu gehören auch Freizeitangebote. So bauten die Teilnehmer in ihrer Projektwerkstatt „Zukunft“ beispielsweise Kanus und Wikingerboote, die sie selbst nutzen. Andere Angebote sind Tischtennis, Darts, Volleyball oder die Möglichkeit, nach Feierabend eigene Möbel zu tischlern. Bewährt, so Lahl, habe sich im vergangenen Jahr auch die Integrationsarbeit mit Flüchtlingen. Die deutsche Sprache werde dabei weniger in Klassenräumen, als vielmehr bei der täglichen Arbeit vermittelt. So heißt das dazugehörige Projekt denn auch DIWA: Deutsch in Werkstatt und Arbeit.

Zusätzlicher Anreiz und Motivation ist, dass das Bildungshaus in jedem Jahr mindestens einen „hauseigenen“ Lehrling ausbildet. Im vergangenen Jahr haben sogar zwei Auszubildende ihre Lehre in der Gastronomie und in der Tischlerei begonnen.

zur Startseite

von
erstellt am 09.Jan.2017 | 05:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen