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Güstrower Anzeiger

19. Januar 2017 | 17:53 Uhr

Güstrow : Eine Liebe auf den ersten Blick

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Ulrich Bunnemann neuer Eigentümer der Gleviner Straße 1 in Güstrow – Sanierungsbeginn noch im Frühjahr.

Schon bei seinen ersten Besuchen in Güstrow war Ulrich Bunnemann das Haus in der Gleviner Straße 1 aufgefallen. „Ich habe von Anfang an damit geliebäugelt“, gesteht der Architekt aus Schwerin, der in den vergangenen Jahren bereits viele Häuser in der Mühlenstraße (Derz’scher Hof) und in der Langen Straße saniert hat. Jetzt hat er von der Stadt das Haus in der Gleviner Straße gekauft. Vor wenigen Tagen, das bestätigt Stadtsprecherin Karin Bartock, wurde der Notarvertrag unterzeichnet. Wohl mehr als 20 Jahre stand das Haus leer. Bunnemann will nun nicht lange fackeln und zügig mit der Sanierung beginnen.

Die Stadt hatte das Renaissancehaus schon im vergangenen Frühjahr angeboten, nachdem sie es zuvor vom vorherigen Eigentümer gekauft hatte. Dieser hatte über viele Jahre nichts gemacht. Immer wieder hatte die Stadt versucht Druck zu machen. So hatte der Eigentümer irgendwann ein Sanierungskonzept erarbeiten lassen, eine Baugenehmigung und die Zusage für Städtebaufördermittel erhalten. Das war 2012. Passiert war seither nichts an dem Haus, in dem während der Nordischen Kriege 1712 August der Starke, Kurfürst von Sachsen und König von Polen, bei Friedensverhandlungen in Güstrow nächtigte.

Die bereits beschlossene Bereitstellung von Städtebaufördergeldern sieht Bunnemann als großen Vorteil für sein Vorhaben möglichst schnell aktiv werden zu wollen. Mit der Baugenehmigung könne er allerdings nichts anfangen, berichtet der Architekt. Schnellstmöglich wolle er einen neuen Bauantrag stellen. „Es ist ein schönes Haus und relativ unverdorben“, betont Bunnemann, der sich mit seiner Schelfbauhütte zeitgemäßes ökologisches Bauen auf die Fahnen geschrieben hat. Nicht viele hätten in den vergangenen Jahrhunderten in dem Haus „rumgefuscht“. „Es ist eines der größten Renaissancebauten in der Stadt mit einer barocken Umbauphase“, fügt Bunnemann hinzu. Decken seien zum Teil verkleidet, so dass auch mit Überraschungen noch zu rechnen sei. Problematisch sei die Raumhöhe im zweiten Obergeschoss. Decken, wie in der Planung des Vorbesitzers, herauszureißen, hält Bunneman für absurd. Dies würde eine Veränderung der gesamten Dachkonstruktion nach sich ziehen. „Mit niedrigen Räumen muss man leben“, stellt der Architekt dagegen fest.

Den Knackpunkt sieht er bei der Wirtschaftlichkeit. Das werde viel Überzeugungsarbeit bei der Bank kosten. Wenn die gelingt und eine Baugenehmigung vorliegt würde der neue Eigentümer gern schon im Frühjahr mit der Sanierung beginnen. Wohnungen und Gewerbeflächen im Erdgeschoss sollen entstehen und vermietet werden.

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erstellt am 09.Jan.2017 | 05:00 Uhr

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