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Güstrower Anzeiger

27. September 2016 | 00:30 Uhr

Barlachstiftung Güstrow : Farbige Aspekte in Barlachs Werk

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Kultur aktuell 2016: Güstrower Ernst-Barlach-Stiftung präsentiert drei Ausstellungen. Große Retrospektive Jo Jastram

Farbige Keramiken vom Ernst Barlach (1870 bis 1938)? Die Skulpturen, Grafiken und Zeichnungen des großen expressionistischen Bildhauers, der Güstrow zu seiner Wahlheimat erkor, sind meist eher in dunklen Tönen gehalten. „Farbe spielt in Barlachs Werk keine Rolle“, stellt auch Dr. Volker Probst, Geschäftsführer der Güstrower Ernst-Barlach-Stiftung, fest. Dennoch gibt es einige farbenfrohe Jugendstil-Keramiken aus der Frühzeit des Künstlers, die die Stiftung in diesem Jahr in ihrer Hauptausstellung „Ernst Barlach. Auf dem Weg in die Moderne. Stationen der Frühzeit – Keramik in Altona und Berlin, Lehrer in Höhr“ von Mai bis September im Ausstellungsforum am Güstrower Inselsee erstmals zeigt.

Im Mittelpunkt steht Barlachs Auseinandersetzung mit den künstlerischen Gestaltungsmöglichkeiten im Bereich von Keramik und Porzellan der Jahre 1903 bis 1909, aber auch seine Tätigkeit als Lehrer an der Keramikfachschule in Höhr. „Unter werkgeschichtlichen und biographischen Aspekten ist diese Periode noch nicht erforscht“, sagt Probst. „Wir haben viele neu Aspekte entdeckt.“ Und gerade das sei die Aufgabe der Stiftung: die wissenschaftliche Aufarbeitung von Leben und Werk Barlachs, um immer neue Ergebnisse vorlegen zu können. Das gelingt jedes Jahr. Schließlich sei das „Werk des Meisters“ sehr umfangreich und nahezu unerschöpflich, schwärmt Probst. Zur Eröffnung der Ausstellung am 22. Mai, dem Internationalen Museumstag, findet auch eine Sonderaktion in der Keramikwerkstatt im Haus der Museumspädagogik statt.

Zuvor ist von Ende Januar bis Mitte Mai noch die Kabinettausstellung „Wechselwirkungen – Die Beziehung zwischen Zeichnung und Plastik im Werk Ernst Barlachs“ im Ausstellungsforum/Grafikkabinett am Heidberg 15 in Güstrow zu sehen. Barlach hat ein großes zeichnerisches Werk hinterlassen. Für fast alle plastische Arbeiten hatte der Künstler zunächst eine Skizze oder Zeichnung angefertigt. In der Ausstellung werden exemplarisch einige Beispiele gezeigt. Kuratorin ist die neue Mitarbeiterin der Stiftung, Franziska Hell, die sich auch um die Museumspädagogik kümmert.


Bedeutender Bildhauer aus Rostock


Einem der bedeutendsten Bildhauer der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Deutschland gilt ab September die letzte Ausstellung des Jahres: dem Rostocker Jo Jastram (1928 bis 2011). Seine zahlreichen Großplastiken im öffentlichen Raum gehören zu den bekanntesten in Norddeutschland, z. B. der „Brunnen der Lebensfreude“ in Rostock. Mehr als 100 Ausstellungsstücke werden in Güstrow gezeigt. „Wesentliche Werke, die seine Arbeit repräsentieren“, sagt Probst. Jastram und Barlach hätten den gleichen humanistischen Ansatz in ihren Werken. Zudem sei Jastram Barlach und und der Barlachstiftung immer sehr verbunden gewesen.

Ganz neu im Programm der Barlachstiftung sind in diesem Jahr monatliche thematische Führungen mit der Rostocker Kunsthistorikerin Dr. Anja Kretschmer auf dem Güstrower Gertrudenfriedhof. Ab März geht es los. Die Führungen finden immer in den Abendstunden statt. „Dann herrscht die richtige Atmosphäre. Die Mystik auf dem Friedhof ist faszinierend“, sagt Probst. Auf dem Friedhof gibt es zahlreiche bedeutende Grabmäler und viele Grabplatten.

 

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erstellt am 11.Jan.2016 | 06:00 Uhr

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