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Güstrower Anzeiger

20. Januar 2017 | 19:03 Uhr

Etat 2017 in Dobbin-Linstow : Herausforderungen der nächsten Jahre: Reparaturen

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Freiwillige Ausgaben kann sich Dobbin-Linstow nur in bescheidenem Maße leisten.

Nur wenig Hoffnung setzt Wilfried Baldermann, Bürgermeister von Dobbin-Linstow, auf das von der Landesregierung angekündigte neue Finanzausgleichsgesetz (FAG). Bis mindestens zum Ende des Planungszeitraumes, das ist 2020, wird seine Gemeinde keinen ausgeglichenen Ergebnishaushalt vorlegen können. Das schätzt die Kämmerei des Amtes Krakow am See ein. Auch dieses Jahr muss die Rücklage wieder geschröpft werden, über die Dobbin-Linstow noch verfügt. Auszugleichen ist so perspektivisch der Etat nicht.

Dabei wirtschaftet Dobbin-Linstow schon seit einigen Jahren hart an der Grenze. So gibt es bei den Straßenlaternen Nachtabschaltungen, um den Energieverbrauch zu begrenzen. Weitere Einsparpotenziale wären aber kaum noch erkennbar. So hatte die Gemeindevertretung mit Zähneknirschen eine zeitlich befristete Erhöhung von Gewerbe- und Grundsteuer B nochmals verlängert, um im Zuge des Bodenordnungsverfahrens den Straßenbau in Groß Bäbelin zu finanzieren zu können. Baldermann: „Das wollen wir erst mal abarbeiten. Deshalb wird es dieses Jahre keinen weiteren Investitionen geben.“ Lediglich 13  500 Euro für Straßenreparaturen sind der einzige nennenswerte Investitionsposten im Etat 2017. Nach einigen Investitionen in den vergangenen Jahren, gehe es jetzt eher auf Reparaturen los, weiß der Bürgermeister und ahnt: „Das werden die großen Herausforderungen in den nächsten Jahren sein, denn dafür gibt es keine Förderungen.“ So benötige der Badesteg etwa wieder mal einen neuen Belag – was freilich eine freiwillige Ausgabe ist.

Ein genauerer Blick in die freiwilligen Leistungen unter den größten Beträgen – 10  900 Euro für das Wolhynier-Museum und 23  800 Euro für das Freibad Linstow – offenbart: 5800 bzw. 21  300 Euro sind hier als Abschreibungen enthalten, sind also reine Buchwerte. „Wir wollen aber an unseren bescheidenen freiwilligen Leistungen festhalten. Das gehört doch dazu“, denkt Baldermann.

Froh ist der Bürgermeister, dass ein Aktionsbündnis, zu dem Wald- und Bodenbesitzer gehören, im Rahmen des Bodenordnungsverfahrens Dobbin-Glave den zweiten Abschnitt der Nebel-Renaturierung in Angriff nehmen wollen. Baldermann: „Das wird hundertprozentig durch die Teilnehmergemeinschaft abgesichert, die Gemeinde muss keine Mittel zusteuern. Das war beim ersten Abschnitt mit dem Mühlenteich, der unter Regie des Naturparks lief, anders. Aber das war trotzdem eine richtige Entscheidung, im Sinne der Allgemeinheit.“

Gerade mal prognostizieren kann die Kämmerei ab kommendem Jahr einen leichten Überschuss im Finanzhaushalt, mit dem die planmäßig aufgenommenen Kredite getilgt werden könnten. Wilfried Baldermann: „Das Finanzausgleichsgesetz wird entscheidend sein für die Perspektive der kleineren Kommunen, zu denen wir ja auch gehören. Zum Glück haben wir in Dobbin-Linstow und im Amt insgesamt einen leichten Aufwärtstrend bei den Einwohnerzahlen.“ Ein schwacher Trost für den Bürgermeister, dessen finanzieller Handlungsspielraum auch künftig eingeschränkt sein wird.

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erstellt am 10.Jan.2017 | 05:00 Uhr

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