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Güstrower Anzeiger

28. Februar 2017 | 10:53 Uhr

Freiwillige Feuerwehr Hohen Sprenz : Sprenzer Wehr jenseits der Norm

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Neustart der Freiwilligen Feuerwehr Hohen Sprenz nach drohendem Aus – Neues Fahrzeug am Sonnabend einweihen.

Gute Stimmung bei den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Hohen Sprenz. Schwere Jahre liegen zurück. Die Existenz stand lange auf der Kippe. Inzwischen aber wächst die Truppe wieder, hat sich verjüngst. Ein neues Feuerwehrfahrzeug – ein gebrauchtes –, das noch kurz vor Jahresfrist kam, soll weiteren Aufschwung bringen. Am Sonnabend, 14. Januar, wollen die Kameraden es feierlich einweihen und dazu alle einladen.

Seit rund elf Monaten ist Ronny Dannehl Wehrführer in Hohen Sprenz. Er wohnt in Rethwisch, ist in Hohen Sprenz, wo er seit 2010 ein Feriengrundstück hat, nur Wochenendgast und hat diese Aufgabe gegen viele Widerstände übernommen. Normal sei es nicht, aber er hatte die Unterstützung des Kreisbrandmeisters Mayk Tessin, erzählt der 37-Jährige, der seit 20 Jahren bei der Feuerwehr ist, in seiner Heimatwehr in Rethwisch etwas kürzer tritt und sich dafür in Hohen Sprenz umso engagierter einbringt. Es gebe Wehrführer, die zwar am Ort wohnen, aber über die Woche anderswo arbeiten. Das sei im endeffekt nichts anderes, so Ronny Dannehl. „Er hat alle Qualifikationen und brennt für die Feuerwehr“, betont Michael Ruschke (52), der die Wehr drei Jahre lang kommissarisch geführt hat. „Wir waren nur noch fünf, sechs Leute, aber wir wollten nicht aufgeben“, erzählt Michael Ruschke. Andere im Umfeld hatten dies wohl schon getan. In der Gemeinde sei immer wieder die Frage diskutiert worden, ob man wirklich eine Wehr braucht. „Die Kritzkower Wehr hatte uns als Partner unter ihre Obhut genommen“, berichtet Michael Ruschke weiter. Inzwischen stehe man mit 14 Kameraden wieder auf eigenen Füßen, arbeite gern weiter mit den Kritzkowern zusammen. In den nächsten Wochen – darauf ist Wehrführer Ronny Dannehl nicht wenig stolz – absolvieren drei Kameraden die Ausbildung zum Atemschutzträger, ein vierter komme im Frühjahr hinzu.


Eine stellvertretende Wehrführerin


Doreen Affehlt (33) spricht von einem schwierigen Generationswechsel in Hohen Sprenz. Sie war 2011 in die Gemeinde gekommen. Als Frau vermutlich mit dem Feuerwehr-Gen auf die Welt gekommen, ließ sie sich nicht lange bitten und trat in die Hohen Sprenzer Wehr ein. Heute ist sie stellvertretende Wehrführerin – auch nicht unbedingt die Regel in Feuerwehrkreisen.

„Ich denke, dass wir den Skeptikern insbesondere aus der Amtswehrführung inzwischen gezeigt haben, dass es doch funktioniert“, sagt Ronny Dannehl, der – in seinem neuen Feriendomizil angekommen – selbst den Kontakt zur Hohen Sprenzer Wehr gesucht hatte. Er erinnert sich an ein Weihnachtsbaumverbrennen und hofft, dass es ihm vielleicht mancher gleichtut und am Sonnabend einfach mal bei der Feuerwehr vorbeischaut. Das Fest zur Einweihung des neuen Fahrzeuges beginnt mit einem Gottesdienst um 15 Uhr in der Hohen Sprenzer Kirche. Danach können Kinder und Neugierige einmal mit der Feuerwehr durchs Dorf fahren. Die offizielle Einweihung wird es dann gegen 17 Uhr geben. Und natürlich werden an diesem Tag auch die ausgedienten Tannen verbrannt. Der Wehrführer und seine Stellvertreterin hoffen mit dem neuen Feuerwehrauto auf einen weiteren Motivationsschub bei den Kameraden. Bei den beiden alten Fahrzeugen, ein TFL von 1970 und ein Mannschaftstransportwagen, habe man nie gewusst, wann und wo man liegen bleibt. Das sei für die Kameraden peinlich gewesen, sagt Doreen Affeldt. Beide kamen nicht mehr durch den Tüv. Während das eine nun ersetzt wurde, will man den MTW wieder auf Vordermann bringen.

Und übrigens schaut Michael Ruschke nach Ablauf seiner kommissarischen Tättigkeit dem Geschehen nun nicht etwa tatenlos zu. Wie es sich heute gehört, gründete man einen Förderverein der Feuerwehr Hohen Sprenz. Er ist der Vereinsvorsitzende.

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erstellt am 09.Jan.2017 | 12:00 Uhr

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