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Güstrower Anzeiger

22. Januar 2017 | 11:18 Uhr

Güstrow : Verkehrskonzept auf dem Plan

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Die Stadt Güstrow nutzt nun eine Software, um mögliche Szenarien der künftigen Verkehrsplanung durchzuspielen. Eine Arbeitsgemeinschaft soll neuralgische Punkte diskutieren.

Da staunten die Mitglieder des Stadtentwicklungsausschusses nicht schlecht. Gunter Brüß von der Abteilung für Stadtplanung in der Güstrower Stadtverwaltung stellte ihnen eine Planungssoftware für Verkehrsplanung vor, die sich die Barlachstadt vor rund drei Jahren leistete. Die Software arbeite mit Matrizen, die Parameter, wie Daten aus Verkehrszählungen und Richtgeschwindigkeiten, beinhalten, erklärte Brüß vereinfacht. „Wenn sich die Bebauungspläne entwickeln, dann muss auch die Verkehrsplanung entwickelt werden“, machte Brüß deutlich.

Früher habe man hierfür externe Planungsleistungen in Anspruch nehmen müssen, um Ideen auf deren Machbarkeit hin zu überprüfen. Mit Hilfe der Software kann die Verwaltung dies jetzt eigenständig machen. „Wir können nun Verkehrslösungen selbst modellieren und Varianten untersuchen“, sagte Stadtentwicklungsamtsleiterin Jane Weber. Ein großer Vorteil – auch finanziell. Was alles möglich ist, zeigte Gunter Brüß am Beispiel Paradiesweg, dessen Ausbau seit einem Stadtvertreterbeschluss im Jahr 1997 aussteht. Mit Hilfe der Planungssoftware spielte der Amtsmitarbeiter verschiedene Szenarien durch und demonstrierte damit die Auswirkungen auf das Straßennetz der Stadt. „Die Machbarkeitsstudie zeigt, dass sich eine Steigerung der Leistungsfähigkeit des Paradiesweges aufgrund des Bahnübergangs nicht nachweisen ließ“, resümierte Brüß. Knackpunkt bleibt nach wie vor der Bahnübergang in der Eisenbahnstraße und der damit verbundene Rückstau.

Potenzial biete indes eine Verlegung der Bahnquerung in Richtung des Industriegeländes. „Dies alles aber ungeachtet der Auswirkungen auf die Lärmentwicklung – was dann natürlich zu prüfen wäre“, machte Gunter Brüß deutlich und Jane Weber fügte hinzu: „Das ist immer eine gesamtstädtische Betrachtung. Wir wollen die Verkehrs- und Lärmbelastung nicht von A nach B verlegen.“

Verkehrsplanung sei ein langwieriger Prozess. Das machte diese erste Diskussionsrunde am Montagabend deutlich. „Wir haben uns das als Auftakt für das neue Jahr vorgenommen und werden jetzt gemeinsam mit dem Ausschuss sehen was sich daraus entwickelt“, erklärte Jane Weber nun auf Nachfrage. Dem Vorschlag von Ausschussmitglied Uwe Heinze (SPD) eine Arbeitsgemeinschaft zu bilden, stehe die Amtsleiterin indes aufgeschlossen gegenüber. „Das macht Sinn. Wir beziehen gerne andere ein – so, wie wir es auch bei der Marktgestaltung gemacht haben“, sagt Weber. Wichtig sei es dabei einerseits Kommunalpolitiker und andererseits Experten, etwa des Straßenbauamtes und der Verkehrsbetriebe, an einen Tisch zu holen. „Konkrete Vorschläge aus dieser Runde – wie die Einrichtung neuer Einbahnstraßen oder die Umkehr von Verkehrsführungen – können mit der Software direkt geprüft werden“, schlägt Weber einen Bogen. Der Zeitpunkt für eine solche Arbeitsgruppe sei ideal. Die Ergebnisse könnten in den aktuellen Flächennutzungsplan und die Prioritätenliste für Straßen, Plätze und Brücken aufgenommen werden. Die Empfehlung dafür sprachen die Ausschussmitglieder mehrheitlich aus.

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erstellt am 11.Jan.2017 | 05:00 Uhr

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