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Ludwigsluster Tageblatt

27. März 2017 | 16:32 Uhr

Neustadt-Glewe : Hindernislauf im eisigen Wasser

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Wintervergnügen am Barracuda Beach lockte rund 40 Eisbader und -läufer an. Knapp 1000 Zuschauer erlebten das Spektakel mit

Ein Grad Celsius an der Luft, zwei Grad im Wasser. Normalerweise gute Argumente, um auf der Couch sitzen zu bleiben. In Neustadt-Glewe war das gestern Nachmittag jedoch ganz anders. Rund 40 Frauen und Männer stürzten sich beim 1. Wintervergnügen am Barracuda Beach in die eisigen Fluten, knapp 800 bis 1000 Gäste schauten ihnen dabei zu.

„Mit so einer Resonanz habe ich vorher nicht gerechnet“, gab Eventmanager Maik Schröder unumwunden zu. Und noch etwas hatte die Organisatoren des Eisbadens überrascht: Eis. „Das Eis auf dem See hat uns ein bisschen zu schaffen gemacht“, so Schröder. Es war in den vergangenen Tagen auf rund zehn Zentimeter Dicke angewachsen, und so mussten die Helfer die Schwimmstrecke und den Hindernisparcours mit der Kettensäge freischneiden.

Im blau-weiß gestreiften Einteiler stieg Klaus Bendrig ins Wasser. Für den Parchimer kein neues Gefühl. „Ich mache seit mehr als zehn Jahren Eisbaden“, erzählt der 62-Jährige. „Neujahr war ich gerade in Boltenhagen. Aber dort hatte das Wasser fünf Grad.“ Bendrig trainiert für die eisige Herausforderung nicht speziell. „Ich bade aber nach der Sommersaison immer noch lange weiter. Das härtet ab“, erklärt er. Wichtig sei es, nach dem Baden Hände, Füße und Kopf wieder warm einzupacken. „Der Rest ist egal.“ Auch Eisbader Hans Puls hat kein Geheimrezept, wie man sich auf eine solche Tortur vorbereiten kann. „Wir gehen zu siebt jeden Tag im Neustädter See baden, auch wenn es schon kalt ist“, betont der 80-Jährige. Nach einigen kräftigen Schwimmzügen – an den dick eingepackten Zuschauern auf dem Steg vorbei – steigt der Neustädter aus dem Wasser und zieht sich schnell an.

Oktavia Ziegler wartet da noch auf ihren Einsatz. Die 69-Jährige will den Hindernisparcours bewältigen. Im knietiefen Wasser sind Slalomstangen und eine Hürde zum Durchkriechen aufgebaut. Ohne zu zögern steigt sie ins Wasser und läuft los. „Ich bin abgehärtet“, sagt die Neustädterin.

Mehr als 20 Starter versuchen auf dem Hindernisparcours ihr Glück. „Wahrscheinlich haben die Kurzurlaube für die drei Schnellsten gelockt“, meint Maik Schröder. Und auch wenn es nur durchs knapp knietiefe Wasser geht – Hechtsprünge unter der Hürde hindurch und Stürze sorgen dafür, dass auch diese Teilnehmer komplett im Eiswasser versinken. Zum Glück wartet draußen eine Fasssauna. Schneller kann man sich von außen nicht aufwärmen.

Auch Rosi Doetzkies ist nicht kalt geworden. Sie sitzt gemeinsam mit ihrer Familie im Liegestuhl rund um ein knisterndes Feuer. „Ich habe einen Badeanzug mit, aber daraus wird nichts“, sagt sie lachend. „Ich bin eine Frostbeule.“ Ihren Spaß hat sie an diesem Nachmittag aber genauso wie die vielen anderen Besucher am Barracuda Beach. Übrigens: Am 20. Mai wird dort für die Saison angebadet – dann ganz sicher ohne Eis.

 

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erstellt am 08.Jan.2017 | 19:29 Uhr

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