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Ludwigsluster Tageblatt

22. Februar 2017 | 02:37 Uhr

Nach Wolfsangriff in Malliss : Hobbyschäfer gibt seine Herde auf

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Heiko Kania gibt seine Tiere nach Wolfsangriff in die Obhut eines Berufsschäfers. Nachbar Volker Sielaff verstärkt Schutz seines Streichelzoos.

Nun sind sie weg. Nach dem Angriff auf seine Schafherde zum Jahreswechsel (SVZ berichtete) hat sich Tierhalter Heiko Kania aus Malliß entschlossen, seine Tiere in die Obhut eines Schäfers zu geben. Bei Maik Gersonde in Schlesin sollen die Schafe nun sicher vor dem Wolf untergebracht werden. „Die Tiere wegzugeben, fällt mir schwer“, sagt Kania. „Aber nach dem Wolfsangriff, durch den rund 20 Schafe starben, ist das die beste Lösung.“

Zweimal war Heiko Kania gemeinsam mit dem Verwalter seines Grundstücks, Gerhard Hippler, in der vergangenen Woche auf dem Hof von Schäfer Maik Gersonde gewesen. „Wir wollten uns selbst vor Ort ein Bild von dem neuen Zuhause unserer Schafe machen“, erklärt Kania.

 

Ein Vorfall am vergangenen Wochenende bestärkte den Hobbytierhalter dann in seinem Entschluss. „Am vergangenen Dienstag hatten wir vom Rissgutachter Volker Demmin einen Zaun erhalten, um unsere Schafe zu sichern“, erklärt Heiko Kania. Vier Tage lang war dann Ruhe auf der Weide, doch am Sonnabendmorgen war der Zaun auf einer Seite komplett niedergetreten. „Zwei Böcke hingen mit ihren Hörnern im Zaun fest, der Rest der Herde stand verängstigt an der Elde. Genau wie nach dem ersten Angriff.“ Es gebe natürlich keine Beweise, dass es der Wolf war. „Aber irgendetwas muss die Tiere wieder derart verschreckt haben, dass sie freiwillig in den Stromzaun gelaufen sind“, so Heiko Kania. Auch Schäfer Maik Gersonde hat diese Vermutung. „Der Wolf kommt so oft wieder, bis alle Schafe weg sind. Der Hunger treibt die Tiere, da kann sie auch ein Stromzaun nicht immer abhalten.“

Das ist auch für den Mallisser Bürgermeister Volker Sielaff eine schlechte Nachricht. Er bangt um die Tiere seines Streichelzoos auf dem Campingplatz. Dieser grenzt direkt an das Grundstück von Heiko Kania. „Ich habe zusätzlich zum Wildtierzaun jetzt auch noch einen Stromzaun gezogen. Außerdem müssen meine Tiere nachts in den Stall.“ Für die insgesamt zwölf Tiere, darunter Alpakas, Ponys und Hängebauchschweine, sei dies eine große Umstellung, aber die Angst vor einem erneuten Wolfsangriff sei zu groß. Es geht auch um Sielaffs Existenz. „Was ist denn ein Streichelzoo mit einem Stromzaun? Wir müssen hier in unserer Region ohnehin um jeden Touristen kämpfen, das machen vermehrte Wolfsangriffe nicht einfacher.“

Auf den Mallisser Fall hat inzwischen die Stiftung Tiernothilfe reagiert. Sie ist überzeugt, dass der Wolfsangriff in Malliß hätte verhindert werden können. „Wer heute noch Schafe auf einer nicht wolfssicher eingezäunten Weide hält, handelt fahrlässig“, kritisiert Tanja Günther vom Vorstand der Stiftung. Außerdem seien Tierhalter verpflichtet, sich täglich vom Gesundheitszustand der Tiere zu überzeugen. Für Maik Gersonde als Berufsschäfer ist das eine Selbstverständlichkeit. Im Fall der Mallisser Schafe schränkt er aber ein. „Es sind Kamerunschafe, deren Haltung generell nicht so arbeitsintensiv ist“, sagt der Schlesiner. „Die Mallisser Schafe haben seit zwölf Jahren auf dieser Dauerweide gestanden und sind in einem guten Zustand.“

Heiko Kania erwartet nun, dass sich der Umgang mit dem Wolf ändert, damit er mit seinen Schafen irgendwann nach Malliß zurückkehren kann.

 

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erstellt am 09.Jan.2017 | 21:00 Uhr

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