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Norddeutsche Neueste Nachrichten

30. Juni 2016 | 16:04 Uhr

Wildtierverbot : Auch in Rostock keine Wildtiere im Zirkus

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Nach Schwerin beschließt nun auch die Bürgerschaft der Hansestadt keine Stellflächen mehr an Zirkusse zu vermieten, die Wildtiere in ihrem Programm haben.

Schwerin macht es vor, jetzt zieht auch Rostock nach: Wenn Zirkusse Wildtiere in ihrem Programm haben, sollen sie künftig keine kommunalen Stellflächen mehr in der Hansestadt mieten dürfen. Das beschloss mehrheitlich die Bürgerschaft. Die Beschlussvorlage stammt von den Grünen und umfasst die Haltung von Affen, Bären, Raubkatzen, Robben, Krokodilen, Elefanten, Nashörnern, Flusspferden, Giraffen, antilopenartigen Tieren, Zebras, Kängurus, Greifvögeln und Straußen. Bereits geschlossene Verträge bleiben davon unberührt.

Laut Elisabeth Möser (Grüne) ginge es bei der Entscheidung um eine Signalwirkung „und eine breitere Sensibilisierung für Tierwohl und Tierethik“. Senator Chris Müller (SPD) hatte im Vorfeld Bedenken geäußert – auch wenn er dem Ansinnen grundsätzlich zustimmen würde. Halten die Zirkusbetriebe aber die aktuell gültigen Bundes-Leitlinien für die Tier-Haltung ein, gebe es lokal nunmal keine Handhabe für ein Verbot. Er empfahl deshalb, den Antrag in einen Prüfauftrag umzuwandeln, um das Vorgehen mit der Rechtsaufsicht absprechen zu können. Dem stimmte auch Sybille Bachmann (Rostocker Bund/Graue/Aufbruch 09) zu: „Das Anliegen ist nachvollziehbar, aber die Probleme kommunal nicht lösbar – das gehört in den Land- oder Bundestag.“ Sollte die Bürgerschaft den Beschluss fassen, wäre der Oberbürgermeister zum Widerspruch gezwungen und die Signalwirkung dahin.

Möser und ihre Fraktionskollegen hielten am Beschluss fest: „Ein Prüfauftrag hieße, der Antrag wäre null und nichtig.“ Die Bürgerschaft folgte ihnen und beschloss mehrheitlich das Aus für Zirkusse mit Wildtieren in der Hansestadt – zumindest auf kommunalen Flächen.

Die Tierschutzorganisation Peta begrüßt den Beschluss und sieht Signalcharakter in der Entscheidung. „Im vergangenen September schockierte Circus Voyage die Rostocker mit einem Flusspferd in einem winzigen Wassertank, verhaltensgestörten Elefanten und vernarbten Giraffen. Der Beschluss der Bürgerschaft spiegelt die Stimmung in der Bevölkerung wider“, so Peter Höffken von Peta. Vor Rostock hatte bereits die Schweriner Stadtvertretung einen ähnlichen Beschluss gefasst.

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erstellt am 03.Mär.2016 | 21:00 Uhr

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