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Millionen-Investition : Herzstück wird ein Besucherzentrum

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

BBL baut ehemalige Villa der Großindustriellen Witte und Heinkel für das Leibniz-Institut für Ostseeforschung um

Die Villa Seestraße 15 ist eine Adresse mit spannender Geschichte und ebensolcher Zukunft. Ein Bauschild vor dem Haus kündigt es an: Hier übernimmt der Betrieb für Bau und Liegenschaften Mecklenburg-Vorpommern (BBL MV) die Sanierung. 2,5 Millionen Euro fließen in den Bau. „Das Vorhaben wird gefördert mit Mitteln aus dem Europäischen Fonds für die regionale Entwicklung“, sagt BBL-Sprecher Christian Hoffmann. „Uns als Bauherren und den Nutzern ist es wichtig, dass bei der Sanierung der Ensembleschutz der Seestraße erhalten bleibt“, sagt der BBL-Sprecher. Auch wenn das Haus nicht unter Denkmalschutz steht, so wird bei dem Vorhaben mit Feingefühl bei der Sanierung vorgegangen. So wurde der freie Restaurator Jörg Schröder mit der Erstellung des Gutachtens zur Geschichte, zu historischen Fassungen, zur Erstellung von Sanierungsempfehlungen sowie für die fachliche Baubegleitung gewonnen. Auch das Architektenbüro Albert und Partner ist bekannt für den sensiblen Umgang mit alten Gemäuern und das Komplettieren dieser Häuser mit zeitgemäßen Lösungen. Die sind hier erforderlich, denn genutzt wird die Villa, die im Besitz des Chemiefabrikanten Dr. Friedrich Carl Witte gewesen ist und nach den Plänen des Schweriner Hofbaumeisters Emil Liß im Stil der Neo-Renaissance errichtet wurde, inzwischen vom Leibniz-Institut für Ostseeforschung (IOW). Anfang der 30er-Jahre erwarb Prof. Ernst Heinrich Heinkel die Villa. In dieser Zeit wurde ihr Erscheinungsbild sehr verändert. Nach der Sanierung des Altbaus in der Seestraße wird das Gebäude wieder wie bereits zuvor als Dienstgebäude des IOW genutzt. Hier entstehen Büros, Seminarraum und Gästewohnungen. Hauptschwerpunkt wird ein Besucherzentrum sein. „Zusätzlich wird das Gebäude zur Seeseite hin im Untergeschoss der Öffentlichkeit als ,Schaufenster Ostseeforschung’ zugänglich gemacht, wo das IOW mit einer interaktiven Ausstellung seine wissenschaftliche Arbeit präsentieren wird“, sagt IOW-Sprecher Nils Ehrenberg. Das „Schaufenster Ostseeforschung“ befindet sich in der Planungsphase, dadurch gibt es jetzt noch keine Details.

Mit den Arbeiten wurde Ende 2013 begonnen. „Der Plan geht davon aus, dass alle Arbeiten von den von uns beauftragten Firmen zu den geplanten Kosten ausgeführt werden“, sagt BBL-Sprecher Christian Hoffmann. „Wenn das so eintritt und es keine Störungen im Ablauf oder in den Vergabeverfahren gibt, werden wir Mitte 2015 fertig sein und ein saniertes Gebäude ans IOW übergeben.“ Restaurator Jörg Schröder hofft, dass die Villa später wieder unter Denkmalschutz gestellt wird. „Berechtigt wäre das“, sagt er.

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erstellt am 08.Jan.2014 | 06:00 Uhr

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