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Norddeutsche Neueste Nachrichten

04. Dezember 2016 | 09:12 Uhr

Kaufverhalten von Teenies : Shopping – am besten in Gruppe

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Die Universität Rostock untersucht das Kaufverhalten von Jugendlichen

Shoppen gehen in Einkaufs-Centern gehört zu den beliebtesten Freizeitbeschäftigungen von Teenagern. Sie pilgern oft mehrmals wöchentlich durch die Geschäfte, um zu schauen, anzuprobieren und oft auch, um zu kaufen. Die Soziologin Stefanie Wenzel vom Lehrstuhl für Dienstleistungsmanagement der Universität Rostock hat in einem Forschungsprojekt das Einkaufsverhalten von Teenies unter die Lupe genommen.

Die Jugendlichen von heute haben so viel Geld zur Verfügung wie kaum eine andere Generation zuvor. Bei 20 Milliarden Euro liegen die Konsumausgaben, die die 13- bis 19-Jährigen in Deutschland auf den Ladentisch legen. Das haben aktuelle Studien aufgedeckt. Durchschnittlich haben die Teenies zwischen 14 und 17 Jahren monatlich ein Budget von 119 Euro zur Verfügung. „Viele verdienen ihr eigenes Geld durch Minijobs oder Ferienarbeit“, sagt Wenzel.

„Man trifft Teenies kaum allein in der Stadt. Sie sind fast immer zu zweit oder in Gruppen unterwegs“, so Wenzel. „Mode wird für die junge Generation immer wichtiger, ist identitätsbildend.“ Keiner wolle da ausgeschlossen werden. Und hier setzt die Studie der Rostocker Uni an. Warum gehen die Teenies zusammen shoppen, welche Motive haben sie? Was passiert zwischen den Gleichaltrigen, wie interagieren sie, welche Themen werden diskutiert?

Eine Erkenntnis: Die Jugendlichen greifen als Shoppingbegleitung auf gute Freunde zurück, insbesondere, wenn sie ein Kaufziel haben. „Weil sie sich vertrauen, Ehrlichkeit erwarten“, hat die Forscherin herausgefunden. Zum Einkaufsbummel gehöre auch das Kaffeetrinken und ein Snack zwischendurch. Dennoch seien die Teenies preissensibel, achten auf das Geld. Dabei verzichten sie dann mitunter auch auf ein Produkt, das den Preisrahmen sprengt. „Die junge Generation ist nicht kopflos, sondern stellt eine Kosten-Nutzen-Rechnung an“, so Wenzel.

„Die Teenager orientieren sich sehr eng daran, was ihre Freunde konsumieren“, sagt die 33-jährige Soziologin, die in Barth aufgewachsen ist, in Köln studierte und nun an der Uni Rostock promoviert. Das Thema Shoppen ist bei der heutigen jungen Generation stärker als je zuvor ins Zentrum gerückt. Dabei spielt sich das soziale Leben in der City ab. Das sei zu ihrer Teenie-Zeit nicht so gewesen, blickt Wenzel zurück. „Jede Generation bringt in Bezug auf soziale Phänomene Neuerungen mit sich.“ Das heiße aber nicht, dass es komplette Veränderungen im Verhalten seien. Teenies wollen unterhalten und beraten werden, Produkte ausprobieren und betrachten. Auch solche, die sie alleine nicht ins Kalkül gezogen hätten.

 


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erstellt am 25.Mär.2016 | 16:00 Uhr

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