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Neue Pläne für Glatter Aal Rostock : „Wir haben daraus gelernt“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Glatter-Aal-Bauherr Randalswood ersetzt Hotelpläne durch Wohnen und Gewerbe-Kombi. Baustart im Mai. Zweites Feld in Planung #wirkoennenrichtig

Rosengartencenter mit Hotel, Fitnessstudio und Geschäften? – Das war gestern. Ab Mai und bis Frühjahr 2019 zieht Randalswood Germany das kleinteiligere Hanse-Karree auf dem ersten Baufeld am Glatten Aal hoch. Damit gehen die irischen Investoren mit deutscher Niederlassung auf die harsche Kritik aus Stadtgesellschaft und -politik ein. „Die wesentlichste Veränderung ist die permanente Wohnnutzung“, sagt Christian Solbrig, Geschäftsführer der GmbH.

Balkone und Dachgärten sollen hochqualitativen Wohnraum schaffen (l.). Die Nord-West-Ansicht zeigt  den Blick in die Garbräter- und rechts in die Buchbinderstraße. Randalswood
Balkone und Dachgärten sollen hochqualitativen Wohnraum schaffen (l.). Die Nord-West-Ansicht zeigt den Blick in die Garbräter- und rechts in die Buchbinderstraße. Randalswood
 

Vom ersten bis fünften Geschoss sollen 80 Wohnungen mit 58 bis 156 Quadratmetern entstehen – oben als fünf Penthäuser, unten als zehn Maisonette-Wohnungen über zwei Etagen mit Garten im Innenhof. Für das Erdgeschoss sind eine rund 1500 Quadratmeter große Einzelhandelsfläche und fünf bis acht kleinere Gewerbeeinheiten mit 38 bis 145 Quadratmetern geplant, die Handels- oder Büroflächen werden sollen. „Wir sind sicher, dass das gut bei den Rostockern ankommen wird“, sagt Patrick J. McGrath, geschäftsführender Gesellschafter von Randalswood. Engel & Völkers Rostock hat den Vertrieb übernommen. „Wir können jeden Bedarf abdecken“, sagt Büroleiterin Jana Blaschka.

Die Süd-West-Ansicht zeigt links den Blick in die Buchbinder- und rechts in die  Johannisstraße (l.). Das Markenzeichen von Randalswood seien schon fast die Innenhöfe, sagt Gesellschafter P.J. McGrath.
Die Süd-West-Ansicht zeigt links den Blick in die Buchbinder- und rechts in die Johannisstraße (l.). Das Markenzeichen von Randalswood seien schon fast die Innenhöfe, sagt Gesellschafter P.J. McGrath.
 

Die Einheiten sollen zur Eigennutzung und an Investoren verkauft werden, für 249 000 bis 549 000 Euro. Das neue Karree soll sich behutsam in die vorhandene Architektur einpassen – mit unterschiedlichen Fenstermustern, Fassadenmaterialien wie Naturstein und Balkonen, sagt Solbrig. Sie engagierten bewusst einen „hanseatisch geprägten“ Architekten von Inros Lackner. Das Gesetz hatte die GmbH auch mit den alten Plänen auf ihrer Seite. Sie brauchte nur die Zustimmung des Oberbürgermeisters – nicht vom Ortsbeirat und Bauausschuss. „Aber gegen die Interessen der Stadt wollen und können wir nicht erfolgreich sein“, sagt Solbrig. Die Zusammenarbeit sei nach holprigem Start nun auch mit der Verwaltung konstruktiv.

Zahlen & Fakten: Das Projekt Glatter Aal
  • Lage: zwischen Garbräter-, Kistenmacher-, Johannis- und Buchbinderstraße
  • Bauherr: Randalswood Germany GmbH
  • Vertrieb: Engel & Völkers Rostock
  • Vertriebsstart:  20. Februar
  • Baubeginn: Mai 2017
  • Fertigstellung: Frühjahr 2019
  • Wohnfläche: 8385 qm
  • Gewerbefläche: 1775 qm
  • Tiefgaragenstellplätze: 74
  • Investition: 45 Millionen Euro
  • Das zweite Baufeld ist die Parkfläche zwischen den Straßen Buchbinderstraße, Rostocker Heide und Rungestraße.
  • Baustart und Nutzung sind noch unklar. Die Planungen laufen. Perspektivisch entstehen dort mehr Parkplätze.

 

„Der östliche Teil der Stadt soll noch weiterentwickelt erden, damit wir nicht mehr nur eine Einkaufsstraße haben“, so der stellvertretende OB Chris Müller (SPD). Mit dem Ensemble sei ein Anfang gemacht. Spannend wird noch das Parkthema. 74 Plätze sollen für das erste Baufeld in einer Tiefgarage entstehen. Ursprünglich wollte Randalswood 530 über beide Felder und auch auf einer fünfgeschossigen Parkpalette schaffen. Nachbarn drohten mit Klage. Für das Karree sind sogar nach Stellplatzsatzung 53 Plätze zu wenig geplant. Sie müssen auf dem zweiten Feld, dem benachbarten Parkplatz, untergebracht werden.

Was dort hinkommt, ist unklar. Die vorherige Planung sah ein Boardinghouse vor. „Wir sind an der Planung“, sagt Solbrig. Ausschließen wolle er nichts, verspricht aber: „Wir haben aus der Vergangenheit gelernt.“

Kommentar: Viel verträglicher
Wer hätte das gedacht: Der Investor, Randalswood, ist zurückgerudert. Mit der Veränderung der Pläne trifft die GmbH einen Nerv der Rostocker. Die werden nämlich gern gehört. Ob der neue Plan jetzt wirklich optisch so unglaublich anders ist, sei dahingestellt. Aber es wurde extra ein „hanseatisch geprägter“ Architekt engagiert und es entstehen Wohnungen und kein Hotel – Das wird sicherlich viele Einwohner und ihre stadtpolitischen Vertreter besänftigen, vielleicht ja  so weit, dass sie von vornherein dem zweiten Baufeld mehr durchgehenlassen werden. Wir werden sehen. Fakt ist, Randalswood hätte nicht auf die Wünsche eingehen müssen. Mit Entgegenkommen macht man sich Freunde.

 

 

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erstellt am 17.Feb.2017 | 06:00 Uhr

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