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27. März 2017 | 16:27 Uhr

Rostock : Gebetsräume ersetzen Moschee

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Statt des geplanten Neubaus in der Südstadt will die Islamische Gemeinde mehrere „Filialen“ im Nordwesten und Stadtmitte eröffnen. #wirkoennenrichtig

Auf 1500 Quadratmetern wollte die Islamische Gemeinde Rostock sich in der Erich-Schlesinger-Straße eine eigene Moschee errichten, mit Gebets-, Wasch- und Schulräumen, Küche und Lager. Doch die Idee ist vom Tisch. Statt des etwa 1,5 Millionen Euro teuren Neubaus in der Südstadt will die Gemeinde jetzt aber „mehrere Filialen“ in Rostock eröffnen, erklärt Dr. Ahmed Maher Fakhouri vom Islamischen Bund.

Hintergrund sei, dass anders als noch im Sommer angenommen, das Baugebiet Groter Pohl in der Südstadt vorsieht, die jetzige Nutzstätte in der Erich-Schlesinger-Straße zu räumen. Auch das Ausweichquartier in der Societät Rostock maritim sei keine Dauerlösung und biete nicht genug Platz für die mehr als 700 Muslime in der Hansestadt. „Oft ist es so voll, dass einige Leute draußen beten müssen“, so Maher Fakhouri. Deshalb ist die Gemeinde auf der Suche nach neuen Gebetsräumen.

Während in der Innenstadt noch keine Lösung gefunden ist, will die Gemeinde im Nordwesten ein ehemaliges Kaffeehaus in der Maxim-Gorki-Straße in Evershagen kaufen. Bereits im September ist der Antrag zur Nutzungsänderung bei der Stadt eingegangen. „Wir wollen im Nordwesten eine dritte Filiale eröffnen, damit unsere Anhänger nicht immer bis in die Südstadt oder Stadtmitte kommen müssen“, sagt Maher Fakhouri. Mit seinen mehr als 16 500 Einwohnern gilt Evershagen als der Rostocker Stadtteil mit den meisten Bewohnern mit Migrationshintergrund.

Dass in ihrer Nachbarschaft eine kleine Moschee entstehen soll, verunsichere einige Evershäger, so der Ortsbeiratsvorsitzende Niels Schönwälder (SPD). „Die Leute stehen dem teilweise missmutig gegenüber, weil sie nicht wissen, was auf sie zukommt. Es sind noch viele Fragen offen“, sagt Schönwälder. Die sollen heute um 18.30 Uhr auf der öffentlichen Sitzung des Ortsbeirats im Mehrgenerationenhaus geklärt werden. Dort wird Dr. Ahmed Maher Fakhouri die Pläne vorstellen. Der Standort in Evershagen wäre für die Islamische Gemeinde die erste eigene Gebetsstätte – vorausgesetzt, der Ortsbeirat stimmt der Nutzungsänderung zu.

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erstellt am 10.Jan.2017 | 05:00 Uhr

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