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Wir können richtig

28. Februar 2017 | 10:53 Uhr

Rostock : Gebetsraum spaltet Stadtteil

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Einwohner protestieren gegen Pläne des Islamischen Bundes. Ortsbeirat setzt Zeichen und entscheidet dafür. #wirkoennenrichtig

Eine hitzige, teils unsachliche Diskussion ist gestern auf der Sitzung des Evershäger Ortsbeirats entfacht, als bekannt wurde, dass die Islamische Gemeinde eine Gebetsstätte mitten im Wohngebiet in der Maxim-Gorki-Straße einrichten will. Nachdem fast 200 besorgte Bürger ihrem Ärger Luft machten, hat der Beirat dem Antrag zur Nutzungsänderung des Kaffeehauses aber zugestimmt.

Lautstarke Kommentare und offene Fragen eröffneten die Sitzung: „Kommt das hierher, ziehen wir weg“, „der Bürger wird nichtmal gefragt, ob er das will“ und „woher haben die überhaupt das Geld dafür“. Eine sachliche Diskussion war schlicht unmöglich. „Die Leute hören teilweise einfach nicht zu. Sie wollen gar nicht informiert werden“, sagt Phillip Bock (Linke), der für die Landtagswahl kandidiert hatte.

So durfte weder Beiratschef Harm Wullekopf (Linke) ausreden, noch ließen die aufgebrachten Bürger Ahmed Maher Fakhouri vom Islamischen Bund sprechen. Der wollte erklären, warum die Gemeinde das Kaffeehaus kaufen und dort eine weitere „Filiale“ eröffnen will – weil sie ihre alte Stätte in der Südstadt verlieren wird und für die Anhänger im Nordwesten eine Anlaufstelle sucht. Das Geld dafür habe die Gemeinde in den letzten fünf Jahren gesammelt.

Dass dorthin täglich mehrere hundert Muslime pilgern, davor müsse keiner Angst haben: „Es geht hauptsächlich um das Freitagsgebet. Das sind etwa zwei Stunden, in denen insgesamt 80 bis 100 Personen kommen werden. Unter der Woche sind es pro Tag fünf, zehn, vielleicht fünfzehn Leute “, erklärt Fakhouri. Die etwa 700 Mitglieder starke Islamische Gemeinde sei als „gemäßigte offene Gemeinde“ zu betrachten, von der in ihren mehr als 20 Jahren in Rostock nie eine Gefahr ausgegangen sei, so Fakhouri.

Um die aggressive Diskussion zu beenden, schloß der Ortsbeirat den Tagesordnungspunkt, woraufhin der Großteil der Anwesenden die Sitzung verließ. Das positive Abstimmungsergebnis des Ortsbeirats konnten die Krawallmacher im Gegensatz zu den Antragstellern so nicht mehr erfahren. „Mit der Entscheidung kann der Ortsbeirat ein positives Signal aussenden und dem Ärger entgegentreten“, sagt die ehemalige studentische Prorektorin Isabelle Pejic (Grüne).

Dank des Beschlusses kann nun die Bauvoranfrage durch die Ämterrunde gehen und hinsichtlich Baurecht, Emission und Brandschutz geprüft werden. Vonseiten des Bauamts gebe es keine Probleme, so Stadtsprecher Ulrich Kunze.

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