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Rostock : Rathaus will Wohnungen am Rosengarten

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Orts- und Gestaltungsbeirat sowie Denkmalpfleger plädieren für öffentliche Nutzung #wirkoennenrichtig

Wohnraum in Rostock ist knapp, vor allem in Innenstadtnähe. Deshalb fährt die Verwaltung den klaren Kurs, schnell neue Unterkünfte zu schaffen. So soll nach dem Glatten Aal jetzt auch die stadteigene Grünfläche neben dem Rosengarten mit etwa 150 Wohnungen bebaut und nicht wie ursprünglich geplant als Mischgebiet genutzt werden.

Laut Sigrid Hecht, Geschäftsführerin der Rostocker Gesellschaft für Stadtentwicklung (RGS), hat Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) seinen Dienstleister beauftragt, entsprechende Möglichkeiten zu prüfen. Die sind am Mittwochabend im Ortsbeirat Stadtmitte vorgestellt worden. Das Gremium reagierte teils entsetzt. „Es kommt sehr überraschend für uns, dass dort jetzt nur noch Wohnungen gebaut werden sollen“, sagt Andreas Herzog (SPD). Architekten, Gestaltungsbeirat und das Amt für Denkmalpflege halten eine Wohnbebauung zwar für „grundsätzlich möglich“, empfehlen das Gebiet aber eher für eine öffentliche Nutzung. „Natürlich brauchen wir Wohnungen in Stadtmitte, aber nicht um jeden Preis“, meint Regine Lück (Linke).

Die Brachfläche zwischen dem denkmalgeschützten Rosengarten und der August-Bebel-Straße war als Mischgebiet bereits 2008 zum Verkauf ausgeschrieben worden – „dafür gab es keine Kaufinteressenten, aber bereits Anfragen für Teilflächen zur Wohnbebauung“, erklärt Stadtsprecher Ulrich Kunze. Deshalb, und weil seit 2015 die Nachfrage nach innerstädtischem Wohnraum stärker gestiegen sei, hatte der Oberbürgermeister die erneute Prüfung angeordnet. Ziel sei es, die städtischen Wohnungsgesellschaften und Genossenschaften als Bauherren zu gewinnen, anstatt die Flächen an Externe zu verkaufen, so Kunze. Bedingung dafür sei, dass die Wohnnutzung den Zielen der Denkmalpflege nicht widerspreche, maximal fünf Geschosse mit einer Traufhöhe von 15 Metern entstünden und mindestens eine Tiefgarage, die Stellplätze unterirdisch regele, so RGS-Chefin Hecht. Ferner müsse gegenüber der Societät maritim eine Fläche für die Etablierung des Archäologischen Landesmuseums freigehalten werden. Für die Wohnbebauung gebe es bereits zwei interessierte Rostocker Unternehmen.

Der Ortsbeirat will – auch mangels Beteiligung – einen Antrag in die Bürgerschaft einbringen, um prüfen zu lassen, ob neben dem Rosengarten nicht doch die öffentliche Nutzung den Vorzug bekommen sollte.

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erstellt am 21.Apr.2017 | 08:00 Uhr

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