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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

25. Februar 2017 | 16:46 Uhr

Sternberger Seenland : Projekte über den Naturpark hinaus

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Ein neuer Wanderweg über 1000 Kilometer soll die Großschutzgebiete des Landes verbinden. Zum dritten Mal erhielt das Sternberger Seenland den Qualitätstitel.

Die Verteidigung des Qualitätstitels war 2016 das wichtigste wie spannendste Ereignis für den Naturpark Sternberger Seenland. Darin sind sich Leiter Volker Brandt und Stellvertreter Jan Lippke einig. Das Seenland beteiligt sich seit Beginn an der „Qualitätsoffensive Naturparke“, die der Verband Deutscher Naturparke e.V. 2006 ins Leben rief, und errang das Gütesiegel nun zum dritten Mal (wir berichteten). Mit 336,5 Punkten gab es eine deutliche Steigerung zu 2011 mit 304.

Ansonsten hätten sich im Vorjahr die publiken Geschehnisse „nicht überschlagen“, sagt Brandt. Umso mehr Arbeit sei in die Vorbereitung von Projekten geflossen, die 2017 Gestalt annehmen, und das meistenteils über die Grenzen des Naturparks hinaus. Da wäre einmal der Naturparkweg, der die Großschutzgebiete verbinden soll, das Biosphärenreservat Schaalsee, alle sieben Naturparke im Land und den Müritz-Nationalpark. In der Planungsphase sei er rund 1000 Kilometer lang geworden, davon 90 hier in der Region.

Wanderwege mindestens 35 Prozent naturbelassen

Die Rangerinnen Margot Rossow und Francis Breitenreiter hätten die Route kartiert, die Art des Belags aufgenommen und die Standorte zur Beschilderung bestimmt. Der neue Fernwanderweg lasse sich vielleicht zertifizieren und könne perspektivisch den Fernwanderweg E 9A ersetzen. Dieser sei versucht worden zu kartieren, zertifizierbar sei er nicht. Im hiesigen Naturpark betrage der Anteil von Verbunddecke 41 Prozent, höchstens 20 Prozent dürften es sein und auch nicht mehr als drei Kilometer am Stück. Naturbelassen müssten mindestens 35 Prozent sein. Das könnten selbst schmale Pfade sein. Wanderer würden die lieben im Unterschied zu Radfahrern, die glatte, befestigte Wege bevorzugten. In diesem Jahr beginne die Beschilderung. Das Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie (Lung) habe beim Wirtschaftsministerium finanzielle Unterstützung beantragt, weil es um eine touristische Maßnahme gehe.

Bienenstraße und Kanu-Einsetzstellen

Mit dem Amt Crivitz sei ein Leader-Projekt für Wanderwege zwischen dem Naturpark und der Lewitz in Arbeit. Sie sollen sich am bestehenden Wegenetz orientieren, sagt Volker Brandt. 2017 sei die Hauptarbeit zu leisten.

Für die Ausschilderung der Bienenstraße von Schwerin-Mueß bis Plauer See konnte das Amt Sternberger Seenlandschaft als Projektträger gewonnen werden, so Brandt. Die beiden Rangerinnen vom Naturpark hätten die Plätze zur Beschilderung festgelegt und die Route angepasst. Südlich um den Klein Pritzer geplant, sei sie erweitert worden nördlich vom See über Rothen und Witzin. Eine Fachfirma aus Schwerin habe im Vorjahr ein Corporate Design entwickelt, ein einheitliches Logo zur Wiedererkennung an Stationen, Infotafeln und in Flyern, damit Besucher sich besser orientieren können. Das ist gefördert worden, ebenso die Stationen in Mueß und Lütt Acker in Sternberg. Anja Hansen vom Landschaftspflegeverband Sternberger Endmoränengebiet koordiniere das Projekt und verbinde es mit den Streuobstwiesen, was gut zueinander passe, so der Naturparkleiter.

Bei der weiteren Umsetzung des Wasserwanderkonzeptes seien 2017 die Einsetzstellen in Sternberger Burg und Sagsdorf im Blick. Die Stadt Sternberg habe Förderanträge gestellt für Schwimmstege, die sich dem Wasserstand anpassen, wie an der Zaschendorfer Brücke, der gut angenommen werde. Nach Vorschlag eines Kanuanbieters komme noch eine Rolle darauf, über die sich die Boote leichter einsetzen lassen, erzählt Jan Lippke. „Wir freuen uns, dass die Stadt voran geht.“ Vielleicht gelinge es, weitere Kommunen oder auch Kanuvermieter zu gewinnen. Solche Projekte würden zu 90 Prozent gefördert, für den Träger blieben zehn Prozent plus Mehrwertsteuer.

Die Warnow sei 2016 im Vergleich zu Mildenitz und Bresenitz am besten befahrbar gewesen, erst infolge des sehr trockenen Spätsommers eine Sperrung wegen des unter 30 Zentimeter gefallenen Wasserstandes erfolgt.

Der Förderverein des Naturparks ist Träger für ein Projekt zur E-Mobilität. Bis Mai soll eine Konzeption vorliegen. Es seien neun Pilotladestationen angedacht, kombiniert für Fahrräder und Autos. In der Hinsicht gebe es „viel Bewegung im Land“, so Brandt. „Wir wollen den Anschluss nicht verpassen.“

Bundesweit Pilotprojekt zur Moorrenaturierung

Über den Verband Deutscher Naturparke seien Partner für die Moorrenaturierung im Naturschutzgebiet „Upahl-Lenzener See“, mit rund 500 Hektar das größte im Naturpark, gefunden worden. Landeigentümer sei das Forstamt Güstrow. Finanziell unterstützt werde das Vorhaben von Unilever, Konzernriese für Verbrauchsgüter, und Kaufland. Kontakte mit der Landgesellschaft und angrenzenden Landwirten würden noch folgen. Deutschlandweit seien nur zwei Naturparke für Pilotprojekte ausgewählt worden.

Bei der Erfassung der Biber unter Leitung von Ranger Mario Krüger habe es kaum Veränderungen gegeben. 169 Reviere seien bekannt, sechs mehr als im Jahr zuvor, 43 aufgegeben worden, auch ein Plus von sechs.

 

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erstellt am 10.Jan.2017 | 20:30 Uhr

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