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Liebe, Flirt und Partnerschaft

22. Februar 2017 | 02:38 Uhr

Partnerschaft : Wenn Liebe in Gewalt umschlägt

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Bei Gewalt in der Partnerschaft sind fast immer Frauen die Opfer. Beratungsstellen bieten Hilfe

Für viele Menschen ist es unvorstellbar, dass der eigene Partner sie verletzen könnte. Doch mehr als 127  000 Menschen pro Jahr werden in Deutschland Opfer von Gewalt in der Partnerschaft. Zu 82 Prozent sind die Opfer Frauen. Für solch eine Notlage gibt es kein Patentrezept, doch für die Opfer gibt es Hilfe.

Bei akuten Notfällen sollten Betroffene auf jeden Fall die Polizei rufen, rät Anita Eckhardt vom Bundesverband der Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe (bff) in Deutschland: „Das kann körperliche oder sexuelle Gewalt sein.“ Vor allem gelte das auch, wenn Kinder im Spiel sind.

Oft sei Gewalt in der Beziehung bereits ein lang anhaltendes Problem. „Vielen Frauen fällt es dann schwer sich zu lösen“, sagt Eckhardt. Es gebe häufig eine emotionale oder auch ökonomische Abhängigkeit.

Einige Frauen haben Angst, bei einer Trennung die Kinder zu verlieren. „Und manche Männer schotten ihre Partnerinnen bewusst ab, isolieren sie.“ Die Expertin rät, sich Hilfe vor Ort zu suchen, etwa bei einer Frauenberatungsstelle. Auf der Webseite des bff (www.frauen-gegen-gewalt.de) finden Frauen eine Datenbank mit Hilfsangeboten in ihrer Nähe.

Auch beim kostenlosen Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ mit der Rufnummer 08000/116 116 können Frauen anrufen. Schutz finden sie außerdem in Frauenhäusern. Wer sich für eine Beratungsstelle entscheidet, kann dort mit professioneller Unterstützung überlegen, wie es weitergeht. Eine Option ist immer eine Anzeige. Eckhardt zufolge ist es sinnvoll, mit einem Profi darüber zu sprechen und sich darüber klar zu werden, wie das genau abläuft.

Soziales Umfeld als Stütze

„Sich auf einen Prozess einzulassen, ist auch nicht einfach“, sagt die Expertin. Da müsse man wissen, was auf einen zukommt.

Hilfreich ist immer ein starkes soziales Umfeld mit Freunden oder Familienangehörigen. „Häufig können nahe stehende Menschen aber nicht verstehen, wenn jemand bei einem gewalttätigen Partner bleibt.“ Auch sie müssen verstehen, dass das für Betroffene eine schwierige Situation ist. „Und die Männer sind ja meist nicht nur gewalttätig, sondern zeigen manchmal auch eine liebe Seite.“ Das irritiere das Opfer nur noch mehr – und mache den Schritt sich zu trennen, mitunter schwieriger. Auch deshalb sei es sinnvoll, sich professionelle Hilfe von Außen zu suchen.

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