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Mecklenburg-Vorpommern

23. Februar 2017 | 10:54 Uhr

Personalmangel : Erziehermangel in MV dramatisch

vom
Aus der Onlineredaktion

Kindertagesstätten fehlt Personal. Geringer Qualifizierte sollen einspringen

Der Mangel an ausgebildeten Erziehern in Mecklenburg-Vorpommerns Kitas nimmt immer größere Ausmaße an. Die Zahl der Ausnahme-Anträge zur Beschäftigung geringer qualifizierten Personals sei 2016 im Vergleich zum Schnitt der letzten drei Jahre um 280 Prozent gestiegen, sagte der Direktor des Kommunalen Sozialverbandes, Jörg Rabe. Im vergangenen Jahr seien 238 Anträge eingegangen. 2015 waren es 107, im Jahr davor 64.

In MV dürfen Kinderkrippen und Kindergärten nur betrieben werden, wenn die gesetzlich vorgeschriebene Zahl staatlich anerkannter Erzieher vorhanden ist. Für unter Dreijährige sieht das Gesetz eine Erzieher-Fachkraft für sechs Kinder vor, im Kindergarten beträgt das Verhältnis 1 zu 15. Sind keine Erzieher aufzutreiben, wenden sich die Kita-Träger in ihrer Not an den Kommunalen Sozialverband und beantragen eine Ausnahmegenehmigung.

Im vergangenen Jahr prüfte der Verband 153 Anträge und erteilte 116 Ausnahmegenehmigungen, wie Rabe berichtete. Jeder Einzelfall werde genau geprüft. Träger wollen nach seinen Worten oft Kinderpfleger als Erzieher einsetzen. Kinderpfleger haben laut Rabe nach zwei- bis dreijähriger Ausbildung den Status einer Assistenzkraft und fänden damit kaum eine Anstellung. Die Ausbildung zum staatlich anerkannten Erzieher dauert vier Jahre. Oft würden die Ausnahme-Anträge auch für ausgebildete Lehrer, Familienpfleger oder Tagesmütter gestellt. Auch eine Kinderkrankenschwester und eine Diplom-Theologin seien schon dabeigewesen.

Der Kommunale Sozialverband erteilt die Ausnahmegenehmigungen in neun von zehn Fällen mit der Auflage, die betreffende Person zur Fachkraft zu qualifizieren. Allerdings gibt es da einen Engpass, wie Rabe berichtete. „Für die berufsbegleitende Erzieherausbildung an den Staatlichen Beruflichen Schulen gibt es Wartelisten“, sagte er.

Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) sagte, Sozial- und das Bildungsministerium hätten sich auf die Einführung eines neuen Ausbildungsgangs „Kindheitspädagogik für 0- bis 10-Jährige“ verständigt, der sich am Grundprinzip einer dualen Ausbildung orientiere. „In der Koalitionsvereinbarung ist zwischen SPD und CDU vereinbart worden, dass dieser Ausbildungsgang mit einer Auszubildendenvergütung spätestens zum Schuljahr 2018/19 beginnt.“ Zurzeit gehe es in beiden Ministerien um die Ausgestaltung des Vorhabens. 

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