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Mecklenburg-Vorpommern

28. Juli 2016 | 04:51 Uhr

Hund hilft Mensch : Lolle steht Thore zur Seite

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Der Therapiehund ist bei Familie Jahnke eingezogen und wird nun ein wichtiger Helfer im Alltag

Lolle, der schwarze Labrador, liegt ganz nah bei Thore. Auf der Couch im Wohnzimmer kuscheln der Therapiehund und der Junge. Der kleine Junge aus Groß-Laasch bei Ludwigslust, jetzt ein Jahr und acht Monate alt, ist seit Geburt schwer krank. Er wird vermutlich sein Leben lang Hilfe und Unterstützung brauchen, Reha-Maßnahmen werden seinen Alltag bestimmen. Seine Motorik ist eingeschränkt, er hat Probleme mit dem Sehen, er reagiert nicht auf Licht, er erkennt nur hell und dunkel. Thore hat mehrere Zysten im Kopf und schwer einstellbare epileptische Anfälle. Diese Anfälle haben das Gehirn schon sehr geschädigt.

Therapiehund Lolle, ein drei Jahre alter Rüde, ist nun bei Jahnkes in Groß Laasch angekommen. Bisher gab es nur kurze Aufenthalte, ab sofort gehört er zur Familie – und das sehr zur Freude von Mutter Conny, Vater Roy und Tochter Amelie. Nach Wochen und Monaten hat der Labrador nun seine Ausbildung erfolgreich beendet. An diesem Vorhaben haben neben dem Verein Rehahunde Deutschland e.V. in Tessin bei Rostock auch viele Helfer und Sponsoren aus der Region mitgewirkt, die über verschiedene Spendenaktionen, die auch von unserer Zeitung begleitet wurden, Geld sammelten. Immerhin kostet die Ausbildung eines Therapiehundes rund 25  000 Euro. „Wir sind sehr froh, dass Lolle nun bei uns ist. Und an dieser Stelle möchte ich mich noch einmal recht herzlich bei allen bedanken, die uns mit Spenden unterstützt haben“, so Conny Jahnke (36).

Eine Woche lang wird Lolle von seiner Trainerin im Rehahunde-Verein und ausgebildeten Ergotherapeutin Selina Haase (26)begleitet. „Ich bringe der Familie alles bei, was man über den Hund wissen muss, alles Therapeutische, um Lolles Fähigkeiten auszunutzen und Thore zu fördern.“ Die junge Frau hatte für die Eingewöhnungswoche noch einen zweiten Hund dabei, Labrador-Hündin Greetje, so dass sich Lolle auch nicht ganz so allein fühlt. Auch er muss ja die Familie kennenlernen. Und der kleine Thore spürt schon die Nähe des Hundes, er ist putzmunter, quietscht vor Freude und bewegt sich auf der Couch hin und her. Und Lolle? Der ist ganz ruhig, liegt auf der Couch und schaut, als ob er alles genau beobachtet. „Lolle soll Thore helfen, die Motorik zu verbessern, sich zu drehen, sich aufzustützen, aus dem Liegen in den Stand zu kommen“, so Selina Haase. Und Lolle stört es nicht, wenn Thore unkontrollierte Bewegungen macht, wenn er schreit. „Er kann mit Thore auch Ball spielen, ihn anstupsen“, freut sich Mutti Conny Jahnke. „Lolle ist für Thore Motivator, er kann ihm auch die Handschuhe ausziehen“, sagt Selina Haase.

Den Umgang mit dem Hund im Haus und außerhalb hat Conny Jahnke schon geübt. „Ohne Leine ging ich mit Lolle ins Dunkle, er muss ja auch alles kennenlernen bei uns. Ich bin viertel nach Sechs schon raus, als meine Tochter Amelie zur Schule musste. Und heute Nachmittag geht es noch in die Stadt zum Einkaufen. Da sehen wir dann, wie sich Lolle in den Geschäften bewegt. Er muss an der Leine sein und sich auch benehmen“, erklärt Conny Jahnke. Aber Lolle darf natürlich auch Hund sein. „Wenn wir im Park unterwegs sind, kann er ohne Leine umhertollen und auch mit anderen Hunden spielen“, ergänzt Conny Jahnke.

Neben dem Training in der Stadt, therapeutischen Übungen, werden bei Spaziergängen mit der Trainerin auch Situationen durchgespielt, wie andere Hunde auf Lolle reagieren könnten. „Die meisten Familien haben Angst um ihren Therapiehund. Auf bestimmte Signale oder Verhaltensmuster fremder Hunde kann man sich einstellen, wenn man sie richtig deuten kann. Auch das wollen wir in der Eingewöhnungswoche üben“, so Hundetrainerin Selina Haase.

 

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erstellt am 19.Mär.2016 | 06:30 Uhr

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