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Mecklenburg-Vorpommern

25. Februar 2017 | 16:49 Uhr

Störtebeker in Ralswiek und als Comic : Piraten aus der Zeichenfeder

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Rostocker Hinstorff-Verlag bringt Störtebekers Abenteuer als Graphic Novel heraus

Gischt spritzt auf, als sich die schwarzen Wellen an der Kogge brechen. Das Segel weit aufgeblasen. Die Männer an Bord bis zu den Zähnen bewaffnet. „Backbordseite ist Gefechtseite“, schreit einer von ihnen. Klaus Störtebeker in Aktion.

Viele Geschichten wurden über den Piraten erzählt. Viele Legenden übermittelt. Viele Bücher geschrieben. Nun will der Hinstorff-Verlag Rostock eine Graphic Novel über die Abenteuer des legendären Seefahrers herausbringen – einen gezeichneten Roman.

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„Graphic Novel ist eine andere Art des Erzählens“, sagt Illustrator Till Lenecke. Durch Bilder könne man Emotionen besser transportieren und auch komplexe Inhalte einfach visualisieren. Es brauche beispielsweise nicht viele Worte, um die Kogge zu beschreiben. Man sieht sie einfach. „Deshalb funktionieren gerade historische Abhandlungen super als Comic“, meint Lenecke.

Die Geschichte seiner Graphic Novel „Auf Kaperfahrt mit Klaus Störtebeker“ ist neu: Ende des 14. Jahrhunderts wird der Schiffsjunge Jakob von den Piraten entführt und wider Willen selbst zu einem von ihnen. Dabei freundet er sich mit Störtebeker an. Seite an Seite durchleben sie viele Abenteuer. Auf 112 Seiten erweckt Lenecke Jakob und die Seefahrer durch seine Zeichnungen zum Leben. Stimmungsvoll und mit viel Liebe zum Detail entführt er den Betrachter gemeinsam mit den Jungen in die oft barbarische Welt der Seeräuber. Bittere Schlachten, abgehackte Köpfe in Milch und das weite Meer.

„Es handelt sich um ein fiktives Werk. Wir haben jedoch versucht, möglichst viele Details aus der Zeit und aus den Geschichten von Störtebeker einzubauen“, sagt Lektor Henry Gidom vom Hinstorff-Verlag. Das Buch spiegle die Zeit und das maritime Leben authentisch wider. Im Anhang könnten sich die Leser über Quellenangaben zu den Hintergründen weiter informieren.

Für den gebürtigen Hamburger Till Lenecke ist es die erste Graphic Novel und gleichzeitig sein bisher größtes Werk. Vor einem Jahr habe er zusammen mit Gidom mit der Entwicklung der Geschichte angefangen. Zuletzt arbeitete er Tag und Nacht an den Zeichnungen. „Oft habe ich erst um 1 Uhr nachts etwas gegessen“, sagt er. Allein für die Vorzeichnungen am Schreibtisch habe er oft einen Tag pro Seite gebraucht. Am Rechner fügte er den Bildern Schatten und Lichter und schließlich den Text in den Sprechblasen hinzu. Diese Woche sind die Seiten fertiggeworden. Im Oktober soll das Werk erscheinen.

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Anfang vergangenen Jahres hatte der Hinstorff-Verlag seinen ersten illustrierten Roman herausgebracht. Auch das Werk „Im Eisland“ von Kristina Gehrmann über die Rätsel um die legendäre Franklin-Expedition widmet sich der Seefahrt. Für das Buch erhielt die Autorin den deutschen Jugendliteraturpreis.

Maritime Geschichten gehörten schon lange zum Verlagsprogramm, erklärt Henry Gidom. In Zukunft sollen solche etwa zweimal jährlich auch in illustrierter Form erscheinen. „Gerade in der Nord- und Ostsee gibt es noch viele Geschichten, die man einfach heben muss“, sagt Gidom. „Es werden noch viele illustrierte Romane erscheinen.“

 

 

 

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erstellt am 17.Jun.2016 | 11:45 Uhr

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