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Plenarsaal im Schweriner Schloss : Video: Das neue Zentrum der Macht

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Aus der Onlineredaktion

Der neue Plenarsaal für den Landtag im Schweriner Schloss soll im September eröffnet werden – Bauarbeiten auf der Zielgeraden

 

Das derzeit größte und mit 30 Millionen Euro teuerste Bauprojekt im Schweriner Schloss befindet sich auf der Zielgeraden. Die Konturen des künftigen, über drei Stockwerke hohen Plenarsaals für den Landtag Mecklenburg-Vorpommerns zeichnen sich inzwischen deutlich ab. Bauarbeiter montieren derzeit im einstigen „Goldenen Saal“ der Schweriner Herzöge Haltepunkte für die Wandverkleidung, die aus weißen Lamellen bestehen wird.

Der Direktor des Landtages, Armin Teppen, spricht schon von „Restarbeiten, die in den nächsten drei bis vier Monaten erledigt“ werden sollen. Dazu gehöre neben der Verkleidung der Wände auch der Einbau des Mobiliars und der Technik. Ende Juli sollen dann nach einer internen technischen Inbetriebnahme die Probeläufe beginnen. Zur ersten Landtagssitzung nach der Sommerpause im September wird der Plenarsaal seine Prämiere erleben.

Das Modell der neuen Tagungsstätte des Landtags
Das Modell der neuen Tagungsstätte des Landtags
 

Neu gegenüber dem alten schlauchförmigen Plenarsaal im benachbarten Burgseeflügel ist im neuen Saal der nahezu quadratische Grundriss, der eine kreisförmige Anordnung der Abgeordnetenreihen und damit eine bessere Akustik zulässt. Ebenfalls neu sind zwei Balkone, die Journalisten und Besuchergruppen einen Blick auf den gesamten Plenarsaal ermöglichen. Der neue Saal wird wesentlich heller, höher und moderner sein als der alte, in dem der Landtag seit 1990 und davor in der DDR der Schweriner Bezirkstag ihre Sitzungen abhielten.

2013 hatte man mit dem Bau des neuen Saals begonnen. Damals gingen die Planer noch von Gesamtkosten in Höhe von 21,6 Millionen Euro plus einem pauschalen Risikozuschlag von 4,3 Millionen Euro aus. Auch sollte nach ursprünglicher Planung der Bau bereits im Januar 2017 fertig sein. Als Hauptgrund für die Kostensteigerung und Zeitverzögerung nannte Tebben die Insolvenz eines Lüftungs- und Klimaanlagenplaners, die gleichzeitig mit fehlerhaften Konstruktionen verbunden war. „Bis wir einen neuen Planer gefunden und die Fehlplanung korrigiert hatten, ist einige Zeit vergangen“, so der Direktor. Auch der derzeitige Bauboom und die dadurch steigenden Preise hätten ihren Teil zu der Verteuerung beigetragen.

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Wegen der gestiegenen Kosten hat die Baukommission des Parlaments schließlich beim Umbau des alten Plenarsaals auf das ursprünglich geplante moderne Kongresszentrum verzichtet. Stattdessen werden in dem alten Saal zwei Konferenzräume und der neue Raum der Landespressekonferenz eingerichtet.

Der Umbau des einstigen „Goldenen Saals“ zum neuen Plenarsaal war eine gewaltige Herausforderung. Der herzogliche Saal war der größte und prunkvollste Raum des Schweriner Schlosses. Beim Brand 1913 wurde er allerdings komplett zerstört und die Bausubstanz durch Feuer und Löschwasser in Mitleidenschaft gezogen. Erschwerend für den aktuellen Umbau kam hinzu, dass zu DDR-Zeiten beim Errichten eines Festsaals massiv mit Stahlbeton gearbeitet wurde. 250 Tonnen Beton – das Gewicht von sechs voll beladenen Lastwagen – mussten in den vergangenen Monaten so gesägt werden, dass sie mit Spezialkränen durch die Fenster des Saales ins Freie gehievt werden konnten.

<p>Noch ist der neue Plenarsaal im Schloss eine Baustelle, doch seine Konturen werden langsam sichtbar. </p>

Noch ist der neue Plenarsaal im Schloss eine Baustelle, doch seine Konturen werden langsam sichtbar.

 

Doch die Arbeit hat sich gelohnt, ist sich Landtagsdirektor Tebben sicher: „Bislang hatten wir mit dem Schloss den schönsten Landtagssitz Deutschlands, im Sommer kommt einer der schönsten Plenarsäle hinzu.“

 

Vom Goldenen Saal zum Zentrum der Demokratie

  (Zum Vergrößern bitte Bild anklicken)
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erstellt am 20.Mär.2017 | 21:00 Uhr

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