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Mecklenburg-Vorpommern

23. März 2017 | 23:04 Uhr

Flüchtlinge in MV : Viel Leerstand in Flüchtlingsheimen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Mehr als zwei Drittel der Plätze in Asylbewerber-Unterkünften sind nicht belegt

In den Gemeinschaftsunterkünften für Asylbewerber sind zurzeit tausende Plätze ungenutzt. Die von den Kommunen in Mecklenburg-Vorpommern bereitgestellten Sammelunterkünfte sind zu weniger als einem Drittel ausgelastet. Nach Angaben des Innenministeriums stehen in den kommunalen Gemeinschaftsunterkünften insgesamt 7200 Plätze für die Unterbringung von Asylbewerbern zur Verfügung – im November vergangenen Jahres waren aber gerade einmal 2000 Plätze belegt. Zu den Kosten, die durch den Leerstand verursacht werden, konnte das Ministerium keine Angaben machen.

Dass in den Unterkünften viele Plätze nicht belegt sind, ist auf den deutlichen Rückgang der Asylbewerberzahlen in Mecklenburg-Vorpommern zurückzuführen. Rund 7200 Asylbewerber hatte das Ministerium 2016 in MV registriert. Im Jahr davor waren es infolge des Syrienkrieges und anderer Konflikte dagegen noch rund 19 000 Registrierungen gewesen.

Als Reaktion auf den nachlassenden Zustrom von Flüchtlingen reagierte das Land und machte die als Sammelunterkünfte genutzte Kasernen in Fünfeichen und Basepohl wieder dicht. Auch die Landkreise und kreisfreien Städte sind laut Ministerium angehalten, die bestehenden Kapazitäten anzupassen. Demnach werde vor allem der Bestand an Wohnungen schrittweise reduziert, die speziell für die Unterbringung von 6200 Asylbewerbern angemietet wurden. Flüchtlinge sollen stattdessen wieder vorrangig in Gemeinschaftsunterkünften mit freien Plätzen untergebracht werden. Das heißt auch: Asylbewerber müssen unter Umständen ihre Wohnung verlassen und in eine Sammelunterkunft ziehen. Bei der Entscheidung über die Art der Unterbringung würden aber persönliche Belange etwa von Familien berücksichtigt, teilt das Innenministerium dazu mit.

Flüchtlingsinitiativen sehen die verordneten Umzüge dagegen kritisch: „Das ist nicht gerade förderlich für die Integration“, findet die Vorsitzende des Landesflüchtlingsrates Ulrike Seemann-Katz. Auch die beengten Verhältnisse in den Sammelunterkünften seien problematisch.

Das Innenministerium verweist dagegen darauf, dass in den Flüchtlingsheimen eine zielgerichtetere Betreuung angeboten werden könne. Doch es gibt noch einen anderen Grund. „Auch aus fiskalischen Gründen sind die vorhandenen Unterbringungskapazitäten zu nutzen“, schreibt das Innenministerium. Mit anderen Worten: Die Landeskasse wird geschont.

Alles rund um die aktuelle Flüchtlingsdebatte lesen Sie in unserem Dossier.

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erstellt am 17.Feb.2017 | 05:00 Uhr

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