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Mecklenburg-Vorpommern

22. Januar 2017 | 11:18 Uhr

Sonderbeilage : Wege zum Glück

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Gibt es ein Talent zum Glücklichsein oder kann man es auch lernen?

Was ist Glück? Die Lebenszufriedenheit ist ein wichtiger Teil des Glücks, wie Glücksforscher Karlheinz Ruckriegel von der Technischen Hochschule Nürnberg erklärt. „Die Glücksforschung unterscheidet zwischen zwei Formen des Wohlbefindens: der emotionalen und der kognitiven“, sagt der Ökonom. Letztere ist ein andauerndes Gefühl und beschreibt die Lebenszufriedenheit, von der auch im Glücksatlas die Rede ist. Das emotionale Wohlbefinden hingegen meint das tägliche Verhältnis zwischen positiven und negativen Gefühlen. Es sollte Experten zufolge etwa bei 3:1 liegen.

Welche Faktoren beeinflussen das Glück?

In der Glücksforschung sind mehrere Indikatoren bekannt, die einen Einfluss haben. Dazu gehören unter anderem Bildung, Gesundheit, Arbeit und Einkommen, aber auch Umwelt, Unabhängigkeit, Optimismus und Dankbarkeit. Besonders wichtig ist auch der sogenannte Gemeinsinn. Ruckriegel erklärt den wie folgt: „Habe ich jemanden, auf den ich mich verlassen kann, wenn ich Hilfe brauche?“

Gibt es Faktoren, die wichtiger sind als andere?

„Alles wird nie ganz gegeben sein“, gibt der Experte zu bedenken. „Ganz wichtig sind die sozialen Beziehungen. Wenn Sie keine grundlegenden sozialen Beziehungen haben, wird es schwierig.“ Leichter haben es ihm zufolge zudem Menschen, die optimistisch und dankbar sind. „Man kann das trainieren – beispielsweise mit Dankbarkeitstagebüchern. Damit ändert sich zwar nicht die Welt, aber die Sichtweise.“ Und noch etwas: „Geld, Schönheit, Popularität - das ist eher weniger zielführend.“

1. Meditieren

Mit der Meditation bringen Sie die Gedanken zur Ruhe, bauen Alltagsstress und Hektik ab. Meditation ist der Schlüssel für Positivität, inneren Frieden, Kreativität. Sie ist hilfreich beim beim Abbau von Angstgefühlen und Depressionen.

 

2. Ins Freie gehen

Frische Luft und Licht hellen die Stimmung auf, genauso wie Grünflächen. Studien zeigten, dass  Menschen die sich viel im Freien aufhalten, niedrigere Cortisol-Werte aufweisen. Cortisol ist das  wichtigste Anti-Stress-Hormon des Körpers und wird bei Stress vermehrt ausgeschüttet.

 

3. Kultur genießen

Menschen, die sich für Kultur interessierten, leiden seltener an Angstzuständen oder Depressionen. Das zeigte auch eine norwegische Studie mit 50 000 Teilnehmern. Schöne Dinge machen gute Laune.

 

4. Anderen helfen

Wer sich für andere engagiert, erntet auch selbst mehr Lebensfreude.  Anderen helfen aktiviert unser Belohnungszentrum im Gehirn.  Und auch wenn wir Geld für andere ausgeben macht es uns glücklicher, als wenn wir es für uns selbst  ausgeben würden.

 

5. Bewegung

Sport bringt Herz, Hirn und Seele in Schwung. Wer sich bewegt, trainiert nicht nur die Muskeln, sondern auch sein Gehirn. Selbstbewusstsein, Gelassenheit und Denkkraft wachsen und verschaffen ein positives Lebensgefühl.

 

6. Freundlichkeit

Freundlich sein macht glücklich Gute Laune und Nettigkeiten strahlen in fast allen Situationen auf denjenigen zurück, der sie aussendet.  Außerdem haben nette Menschen oft mehr und tiefgehende  soziale Kontakte, und die halten bekanntlich gesund und machen glücklich.

 

 
Welchen Einfluss hat der Wohnort?

Im Glücksatlas steht seit Jahren der Norden an der Spitze des Rankings, während ostdeutsche Bundesländer hinten liegen. Letzteres erkläre sich unter anderem durch eine schlechtere Situation auf dem Arbeitsmarkt, sagt Studienleiter Bernd Raffelhüschen von der Uni Freiburg. In der aktuellen Erhebung schob sich mit Baden zudem eine südliche Region auf den zweiten Platz. „Die Korrelation zwischen Nordseeluft und Glück ist jetzt gebrochen“, folgert Raffelhüschen. Das regional unterschiedliche Wetter spielt Glücksforscher Ruckriegel zufolge indes eine untergeordnete Rolle: „Wenn man länger an einem Ort lebt, passt man sich an das Wetter an.“

Und wie wird man nun glücklich?

Ein wesentlicher Punkt ist unsere Zeit. „Wir müssen die Zeit so verwenden, dass wir damit ein Höchstmaß an Lebenszufriedenheit erreichen“, erklärt Ruckriegel. „Deswegen ist auch die vielzitierte Work-Life-Balance so wichtig.“

Manchmal könnte man die ganze Welt umarmen, so glücklich fühlt man sich. Und manchmal ist es genau andersherum. Wir alle wollen glücklich sein. Aber wie schafft man das? „Immer glücklich zu sein, ist eigentlich nicht möglich“, sagt der Glücks-Experte Stephan Lermer. „Richtig glücklich zu sein, das ist ein Zustand, der oft nur kurz anhält.“

 

Glück lässt sich messen. Wie es in Deutschland verteilt ist, untersucht seit fünf Jahren der sogenannte Glücksatlas. Grundlage der Befragung ist eine Skala von 0 bis 10, in deren Rahmen sich die Befragten selbst einschätzen müssen. Die fortlaufende Erhebung misst seit 1984 wie zufrieden sich die Deutschen selbst einschätzen. Zusätzlich fließen die Ergebnisse einer bundesweiten Erhebung vom Institut für Demoskopie Allensbach ein.

Mehr zu dem Thema lesen Sie in unserer Beilage „Zum Glück“. Darin stellen wir viele Musterbeispiele für das ganz persönliche Glück vor. Lesen Sie, worauf es den Menschen im Norden wirklich ankommt.

 
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erstellt am 03.Mär.2016 | 12:00 Uhr

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