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Hansa Rostock

28. September 2016 | 00:23 Uhr

Unterstützung für Drittligisten : Ein Investor mit Hansa-Herz

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Finanz- und Immobilienexperte Rolf Elgeti will den Mitgliedern den Verein nicht wegnehmen, sondern ihn finanziell unterstützen

Finanz- und Immobilienexperte Rolf Elgeti soll der neue Investor beim FC Hansa werden. Der 38-jährige Familienvater – verheiratet und vier Kinder – stammt aus Broderstorf bei Rostock. Laut dem FC Hansa ist er seit zehn Jahren Vereinsmitglied, im Rostocker Stadion war er zuletzt vor zwei Wochen. Unser Mitarbeiter André Gericke sprach mit Rolf Elgeti über sein Engagement beim FC Hansa.

Herr Elgeti, sind Sie der neue Investor, der beim FC Hansa einsteigt?

Rolf Elgeti: Ich kann bestätigen, dass wir in Gesprächen sind, dass aber noch alles extrem im Fluss ist. Gemeinsam mit Herrn Dahlmann (Vorstandsvorsitzender des FCH – d. Red.) und den anderen Vereinsvertretern arbeiten wir schon sehr lange und intensiv an einer Lösung, sind aber noch einige Schritte davon entfernt, die Ziellinie als Partner und Investor zu überschreiten.

Weshalb wollen Sie Anteile an der zukünftigen GmbH & Co. KGaA übernehmen?

Das ist für mich eine Herzensangelegenheit. Als kleiner Junge bin ich schon mit meinem Vater ins Stadion gegangen, später hatte ich eine Dauerkarte. Auch als ich dann nicht mehr vor Ort war, habe ich den Club nie aus den Augen verloren. Hansa ist ein wichtiger Teil von Rostock und der Region. Daher habe ich ein hohes emotionales Interesse, dass der Verein weiter besteht. Da ich nun in der trefflichen Lage bin, einen Beitrag leisten zu können, werde ich versuchen, es zu tun. Ich möchte mich später nicht ärgern müssen, dass ich nichts unternommen habe.

Gerüchte besagen, dass der ehemalige Aufsichtsratschef Thomas Abrokat sich auf Ihren Wunsch hin erneut zur Wahl für das höchste Vereinsgremium stellen soll?

Das kann ich nicht bestätigen. Ich schätze Herrn Abrokat jedoch persönlich und fachlich sehr.

Was bringt Ihnen das Investment, welchen geschäftlichen Nutzen ziehen Sie daraus?

Wenn Sie eine Idee haben, gerne... Spaß beiseite. Für mich geht es darum, dass wir eine langfristige Lösung für die finanziellen Probleme hinbekommen. Ich möchte mein Geld natürlich auch nicht verbrennen. Es ist dem Verein nicht damit geholfen, dass er jedes halbe Jahr oder nach einer Saison wieder in eine Stresssituation kommt. Dafür stelle ich mein Geld nicht zur Verfügung. Ich denke, dass der Schritt der Ausgliederung des Profibereiches ein sinnvoller Baustein ist.

Am Sonntag findet die außerordentliche Mitgliederversammlung des FC Hansa, auf der erstmals über die Ausgliederung beraten wird, statt. Mit welchen Erwartungen werden Sie sich dorthin auf den Weg machen?

Ich werde mich den Fragen der Mitglieder stellen, sofern es sie geben wird und versuchen, sie zu beantworten. Ich möchte klar sagen, dass ich mich nicht aufdränge, sondern dem Verein helfen möchte. Dafür erhoffe ich mir einen breiten Konsens.

Wie nehmen Sie den Mitgliedern die doch allgemeine Angst oder zumindest die Bedenken in Bezug auf Investoren im Fußball?

Erstens dränge ich mich nicht auf und will den Mitgliedern den Verein wegnehmen, sondern möchte helfen. Zweitens habe ich ein großes Verständnis dafür, dass Fans ein Problem mit allem haben, was mit Kapital und Investoren zu tun hat. Daher ist eine totale Transparenz zwischen Vereinsgremien, den Mitgliedern und den Investoren notwendig. Klar ist, dass die Entscheidungsgewalt beim Verein bleiben muss. Da ist die Kommanditgesellschaft auf Aktien eine sinnvolle Variante. Es gibt schließlich ja auch einige Negativbeispiele im Fußball, wo alte Männer mit großem Ego über einen Verein bestimmen wollen. Darum geht es mir nicht. Drittens ist wichtig, dass der gesamte Prozess unter den Beteiligten transparent abläuft. Die Gespräche sind bisher alle extrem vernünftig verlaufen. Herr Dahlmann kämpft wie ein Löwe, um den Verein finanziell wieder auf gesunde Füße zu stellen.
 

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erstellt am 06.Mai.2015 | 21:15 Uhr

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