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Hansa Rostock

29. Mai 2016 | 01:55 Uhr

FC Hansa Rostock : Höchste Risikostufe in Magdeburg

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Das Ostderby zwischen Hansa Rostock und dem 1. FCM gilt als hochbrisant. Mit einem riesigen Aufgebot hat die Polizei Magdeburg zur Festung ausgebaut.

Sechs Wasserwerfer, mehrere Hundertschaften Bereitschaftspolizei aus Sachsen-Anhalt, Berlin, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern, eine Reiterstaffel, Hubschrauber und zahlreiche Straßensperrungen – die Polizei hat Magdeburg zur Festung ausgebaut.

Der Sicherheitsaufwand hat nur einen Grund: Am Sonnabend kommt der FC Hansa Rostock zum Drittligaspiel gegen den 1. FC Magdeburg in die MDCC-Arena. Die Polizei ruft für dieses Ostderby die höchste von drei Risikostufen aus und rechnet mit mehr als 1100 gewalttätigen Fans aus beiden Lagern, wie sie am Donnerstag in einem Gespräch mit Journalisten mitteilte. Frank Küssner von der Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Nord zeigte sich gestern zuversichtlich: „Wir hoffen, dass alles friedlich bleibt, sind aber auf alle Eventualitäten vorbereitet.“

Die Hooligan-Szene in Mecklenburg-Vorpommern ist in den vergangenen Jahren gewachsen. Das Innenministerium in Schwerin schätzt aktuell 470 Fans landesweit als gewaltbereit ein (Kategorie B). 116 weitere Anhänger werden sogar als gewaltsuchend und damit in die Kategorie C eingestuft. Das sind laut Innenministerium 70 Hooligans mehr als noch in der letzten Saison 2014/15. „Die meisten, aber nicht alle sind Fans des FC Hansa“, sagte ein Sprecher des Innenministeriums. Einige sehen sich als Anhänger anderer, unterklassiger Vereine.

Schlägereien zwischen den Lagern will die Polizei heute in Magdeburg mit großem Aufgebot verhindern. Wie viele Beamte genau im Einsatz sind, will Polizeisprecher Küssner aus einsatztaktischen Gründen nicht sagen. Die Polizei spricht von einem der größten Einsätze im Zusammenhang mit einem Fußballspiel in Ostdeutschland.

Auch Anhänger anderer Vereine wie des Berliner Fußballclubs Dynamo, Eintracht Braunschweig oder des mit dem 1. FCM befreundeten polnischen Clubs Hutnik Kraków wollen anreisen, um die Magdeburger zu unterstützen. „Wir schließen die Anreise dieser Fans nicht aus“, so Polizeisprecher Küssner. Die MDCC-Arena ist mit 22  000 Karten komplett ausverkauft.

Ein Sonderzug bringt einen Teil Hansa-Fans direkt von Rostock bis zur Station Magdeburg-Herrenkrug. Aus Sicherheitsgründen werde ein Hubschrauber der Bundespolizei den Zug „zumindest von der Landesgrenze Sachsen-Anhalts bis nach Magdeburg in der Luft begleiten“, sagte eine Sprecherin der Bundespolizeiinspektion Magdeburg. Damit die Rostocker sicher zum Stadion kommen, wird nahezu der komplette Verkehr im Magdeburger Osten lahm gelegt. Ein Aufwand, der bislang nur in der Bundesliga oder zweiten Liga üblich ist.

Das heutige Ostderby ist auch deshalb so brisant, weil es bereits im Hinspiel im Rostocker Ostseestadion Ausschreitungen gab. Im ersten Aufeinandertreffen beider Vereine seit 25 Jahren im September vorigen Jahres zündeten Magdeburger in ihrem Fanblock Bengalos und beschossen Hansa-Fans mit Feuerwerk. Daraufhin wollten Anhänger des FCH über Schutzzäune steigen, um in Richtung des Gästeblocks zu stürmen. Das Spiel musste unterbrochen werden und stand kurz vor dem Abbruch. Für zusätzlichen Zündstoff sorgte im Vorfeld des heutigen Spiels die Magdeburger Vereinsführung. Sie weigerte sich anfangs, den Rostockern das übliche Kontingent an Gästekarten zu verkaufen. Schließlich beugte sich die Führung doch noch.

Der FC Hansa und der 1.FC Magdeburg stehen wegen andauernder Fan-Ausschreitungen unter besonderer Beobachtung des Deutschen Fußball-Bundes. Erst vor Wochen wurde Magdeburg vom DFB-Sportgericht zu einer Geldstrafe von 38  000 Euro verurteilt.

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erstellt am 04.Mär.2016 | 20:55 Uhr

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