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Sport in Rostock

25. Februar 2017 | 16:49 Uhr

„RoLaX – Rostock Lacrosse“ : Sogar ein Nationalspieler ist dabei

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

„RoLaX – Rostock Lacrosse“ hat sich als einziger Verein in Mecklenburg-Vorpommern dem uralten Indianer-Ballsport verschrieben

Ein fliegender Greif auf poppigen Trikots in Blau-Orange ist ihr Markenzeichen: Der 2010 gegründete Verein „RoLaX – Rostock Lacrosse“ hat sich als einziger in MV der uralten kanadisch-indianischen Ballsportart verschrieben. Für eigene Mannschaften reicht die Anzahl der Mitglieder zwar nicht aus, aber alle 17 sind in Spielgemeinschaften in der 2. Bundesliga aktiv.

Lacrosse (nach dem französischen Wort für Bischofsstab wegen der Ähnlichkeit der Schläger) wurde erstmals 1634 erwähnt und ist indianischen Ursprungs: Die amerikanischen Ureinwohner spielten es, um sich auf Kriege gegen andere Stämme vorzubereiten. Der „schnellste Mannschafts-Ballsport auf zwei Beinen“ war 1904 in St. Louis und 1908 in London olympisch. Zwei Vertretungen zu je zehn Spielern (Frauen: zwölf) versuchen in viermal 20 bzw. zweimal 30 Minuten auf einem gut 50 Meter breiten und 100 Meter langen Feld so viele Treffer wie möglich zu erzielen. Dies tun sie mit Schlägern, an denen sich ein Netz befindet (das präzises Passen und Ballkontrolle ermöglichen soll), sowie einem Hartgummiball. Die 1,83 mal 1,83 m großen Tore befinden sich nicht am Ende des Spielfeldes, sondern 14 Meter davor. Die Bälle werden nicht selten mit einer Geschwindigkeit von 140 km/h „abgefeuert“.

„Wir wollten zumindest mal ein Heimspiel organisieren, aber nachdem wir zwei Monate telefonierten, gaben wir es auf, weil man hier als Nicht-Fußballer einfach keinen Platz bekommen kann, zumindest nicht kurzfristig“, berichtet RoLaX-Vorstandsvorsitzender Stefan Koch.

Dabei hätten die Lacrosse-Greifen noch nicht mal ein Problem damit, auch außerhalb der üblichen „Öffnungszeiten“ anzutreten, zum Beispiel sechs Uhr morgens. „Das können wir Gegnern wie Göttingen aber nicht zumuten – wann sollen die denn zu Hause losfahren…“, sinniert Schatzmeister Stefan Kopperschmidt – ein weiterer der aktuell insgesamt vier Stefans der Spielgemeinschaft mit dem American Sports Club (ASC) Lübeck.

Acht junge Männer aus Rostock mischen jedoch nicht nur in der 2. Bundesliga Nord mit (wo die Hansestädte-SG nach der Hinrunde Vorletzter von sieben Teams ist, was sich aber, wenn es im März im Freien weitergeht, ändern soll). Seit 2016 wird auch die Indoor-Variante auf dem Eishockey-Feld (nur
ohne Eis) praktiziert. Die SG Marburg/Bremen/Rostock belegt in der kleinen 1. Bundesliga Nord immerhin Platz drei. „In der Halle“, informiert Koch, Doktorand der Umweltwissenschaften an der Rostocker Uni, „geht es körperlich noch mehr zur Sache.“

Checks wie auch Attacken mit den „Sticks“ gegen die Schläger des Gegners sind sowohl drinnen als auch draußen statthaft…

Der 31-Jährige ist im Indoor-Bereich sogar Nationalspieler. „Zwei- bis viermal im Jahr finden öffentliche Trainingslager statt, in denen man sich weiterbilden und auch präsentieren kann. Am Ende wird ein Kader von 30 bis 40 Leuten berufen, die dann noch mal ein internes Camp absolvieren – zwei Tage à acht Stunden. Danach entscheiden die Trainer“, erzählt Stefan Koch, der die Hoffnung hat, bei der Europameisterschaft im Juli in Finnland dabeizusein – jawohl, mitten im Sommer in der Halle…

Die neun Frauen des Vereins „RoLaX – Rostock Lacrosse“ spielen in der 2. Freiluft-Bundesliga Ost in einer Vier-Bundesländer-Truppe mit Weimar, Cottbus und Dresden.

>> Kontakt zum Verein: www.rostock-lacrosse.de; Mail: rostock.lacrosse@gmail.com

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