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Beruf : Bei der Hebamme zu Besuch

Ein fünf Tage altes Mädchen wird von einer Hebamme in den Armen gehalten.
Ein fünf Tage altes Mädchen wird von einer Hebamme in den Armen gehalten.

Wenn ein Kind geboren wird, sind Hebammen fast immer dabei. Sie haben einen spannenden Beruf.

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12. Juni 2019, 16:59 Uhr

„Dütüm, dütüm, dütüm“ tönt es im Untersuchungszimmer von Mandy Pleikies. „Die Herztöne hören sich genauso an, wie sie sein sollen“, sagt sie lächelnd zu der Frau, die mit einem riesigen Bauch auf dem Sofa liegt. Mandy Pleikies ist Hebamme und arbeitet in einem Geburtshaus.

Die schwangere Frau steht kurz vor ihrem Geburtstermin. Mandy Pleikies misst die Herztöne des Babys. Mit dem Gerät kann sie auch schon einige schwache Wehen bei der Schwangeren messen. Das sind Muskelanspannungen im Bauch, die die Geburt eines Kindes einleiten. „Ich denke mal, heute Nacht oder morgen früh wird es losgehen“, sagt sie zu der Schwangeren. „Wie geht es dir so mit der jetzt ja wirklich bevorstehenden Geburt? Gibt es Fragen? Irgendwas, das dir noch eingefallen ist?“ Die Frau schüttelt den Kopf. „Eigentlich nicht. Ich bin nur schon sehr nervös!“ Die Hebamme lächelt verständnisvoll.

Seit Beginn ihrer Schwangerschaft hat Mandy Pleikies die Frau immer wieder untersucht. Sie hat ihr zum Beispiel regelmäßig Blut abgenommen, den Bauchumfang gemessen und die Herztöne des Babys überprüft. „Darüber hinaus geht es um das seelische Wohl, dass man guckt: Was haben die Mütter für Sorgen, für Fragen.“ Mandy Pleikies macht auch Hausbesuche bei Frauen, die ihr Baby schon bekommen haben. Ihnen erklärt sie etwa, wie man ein Baby füttert und richtig wickelt. Auch das gehört zu ihren Aufgaben als Hebamme. „Habt ihr zu Hause schon alles vorbereitet?“, fragt sie die Schwangere. Die Frau nickt.

Bei der Geburt wird Mandy Pleikies helfen. Denn eine Hebamme ist auch eine Geburtsexpertin. In Deutschland muss eine Hebamme laut Gesetz bei jeder Geburt dabei sein. Also macht Mandy Pleikies sich darauf gefasst, dass sie ab jetzt jede Minute zum Einsatz gerufen werden kann. Ihr Handy muss sie nun in Reichweite haben. Weil die Schwangere ihr Baby gerne im Krankenhaus bekommen möchte, wird Mandy Pleikies mit ihr in die Klinik fahren, wenn es so weit ist.

Ihr Beruf könne schon sehr anstrengend sein, sagt sie. Aber: „Es gibt so viele positive Rückmeldungen.“ Und: „Es ist einfach schön dabei zu sein, wenn langsam eine Familie entsteht.“ Spätestens wenn Mandy Pleikies das Baby der Mama überreichen wird, ist eine neue Familie entstanden. Daher kommt übrigens auch das Wort Hebamme. Eine Amme, die das Neugeborene aufhebt oder hält.

Autorin: Sonja Fröhlich, dpa

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