Wissen : Forscher helfen Sportlern

An diesem Schießstand schauen Wissenschaftler genau zu.
Foto:
An diesem Schießstand schauen Wissenschaftler genau zu.

Das muss jeder Biathlet können: zielen und schießen. In Leipzig wird den Profis dabei geholfen, sich zu verbessern.

nnn.de von
30. Januar 2018, 23:46 Uhr

Normalerweise gleiten diese Wintersportler über Schnee. Auf ihren Skiern kommen sie am Schießstand an und zielen mit einem Gewehr auf Zielscheiben: Biathleten. Wenn Nico Espig und seine Kollegen dagegen ihren Schießstand aufbauen, ist normalerweise kein Schnee in Sicht. Denn sie sind Wissenschaftler. Die Forscher aus Leipzig wollen herausfinden, wie sich die Biathleten noch verbessern können.

Im Moment gehen die Profis regelmäßig bei großen Wettbewerben an den Start. Im Februar treten die Biathleten bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang in Südkorea an.

Die Forscher in Leipzig arbeiten für ihre Untersuchungen in besonderen Schießhallen oder auch mal in einer normalen Turnhalle. Dort sind Zielscheiben aufgebaut – fast wie bei normalen Biathlon-Wettbewerben. Auch die Profis kommen hier regelmäßig vorbei und arbeiten mit den Forschern zusammen.

Bevor die Biathleten schießen dürfen, geht es aber erst mal aufs Laufband. Schließlich kommen sie bei echten Wettkämpfen direkt von der Loipe, wenn sie am Schießstand ankommen. Loipe wird die Rennstrecke beim Skilanglauf genannt. „Wir wollen ähnliche Bedingungen schaffen wie im Wettkampf“, sagt Nico Espig, „damit das Schießen so realistisch wie möglich ist.“ Beim Biathlon kommt es auf jede Sekunde an. Wer danebenschießt, muss eine Strafrunde laufen oder bekommt eine Strafzeit. „Die Biathleten müssen präzise schießen, und zwar so schnell es geht“, sagt der Fachmann. Wenn sie auf die Zielscheiben zielen, müssen sie ihr Gewehr also ganz ruhig halten. Schon die kleinste Bewegung kann dazu führen, dass der Schuss danebengeht.

„Mit bloßem Auge kann man diese Bewegungen kaum erkennen“, sagt Nico Espig. Deshalb bringen die Experten bei ihren Tests an verschiedenen Stellen Messgeräte an. Sie messen unter anderem, wie sehr sich die Spitze des Gewehrs kurz vor dem Schuss bewegt. Oder wie stark der Sportler auf den Abzug drückt. Außerdem filmen sie den Athleten, um seine Bewegungen festzuhalten.

Auf Computern sehen Trainer und Sportler hinterher, woran sie beim Training noch arbeiten müssen. Beim nächsten Wettbewerb treffen die Biathleten dann vielleicht noch ein bisschen besser und schneller.

Autor: David Kluthe

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen