Sport : Fußballtraining im Käfig

Noel, Daniel, Luis und Joshua lassen sich gern von der Fußballkanone im Footbonauten beschießen. Damit trainieren sie Reaktionsfähigkeit, Ballannahme und Schnelligkeit.
Noel, Daniel, Luis und Joshua lassen sich gern von der Fußballkanone im Footbonauten beschießen. Damit trainieren sie Reaktionsfähigkeit, Ballannahme und Schnelligkeit.

Annehmen, passen: Manche Profis und Jugendspieler üben in einem sogenannten Footbonauten.

nnn.de von
14. Mai 2019, 17:03 Uhr

„Das Ziel ist jetzt hinter euch“, ruft Andreas Bona. Der Mann ist Jugendtrainer beim Fußballverein Borussia Dortmund. Seine Spieler Joshua, Luis, Daniel und Torwart Noel machen sich bereit. Die Jungen sind elf und zwölf Jahre alt und stehen im Footbonauten.

Hinter diesem abgefahrenen Namen steckt ein Trainingskäfig mit vier Ball-Kanonen. Auch die Profis von Borussia Dortmund trainieren regelmäßig in dem Gerät. Die Kanonen schießen Bälle auf die Spieler. Diese nehmen die Bälle an und schießen damit auf Felder. Der Käfig ist 14 mal 14 Meter groß. So ein Quadrat würde auf dem Fußballplatz zweimal in den Strafraum passen.

Jetzt stellt der Trainer den Footbonauten an. Stürmer Luis steht in der Mitte in einem Kreis. Die Ballmaschine schießt den ersten Ball auf ihn. Hinter ihm piepst es. Ein grünes Feld leuchtet auf. Luis nimmt den Ball an, dreht sich um und schießt. Verwandelt! Nun sind Abwehrspieler Daniel und Spielmacher Joshua dran. Genau wie Luis schießen sie ihre Bälle auf das Ziel. Zack, getroffen! Auch Torwart Noel trainiert im Footbonauten. „Ich stelle mir vor, dass ich zu einem Mitspieler passe. Für die Stürmer ist es, als ob sie ein Tor schießen“, sagt Noel.

Einmal die Woche trainiert die Dortmunder Jugendmannschaft U12 für eine halbe Stunde mit dem Roboter. „Man merkt, dass man immer besser wird“, sagt Joshua. Der Footbonaut hilft den Spielern, ihre Ballannahme zu verbessern. „Der Spieler steht im Mittelkreis und der Ball soll möglichst nicht aus dem Kreis springen“, sagt der Trainer. Sonst hätte es der Gegenspieler leicht, sich den Ball zu schnappen. Die Pässe müssen ziemlich genau sein. Die grün leuchtenden Felder an den Wänden sind nur 1,40 Meter breit und hoch. Durch das Training lernen die Spieler außerdem, wie im Spiel vorauszudenken.

Bisher haben nur zwei Bundesligavereine einen Footbonauten: Borussia Dortmund und 1899 Hoffenheim. In Dortmund beim BVB heißt es, dass Mario Götze der beste BVB-Spieler im Footbonauten sei. Auf einem Video im Internet können sich Fans angucken, wie er zusammen mit einem anderen Spieler im Roboter-Käfig trainiert.

Der Footbonaut zeichnet das Training mit einer Kamera auf, auch bei den Jugendspielern. „Nach dem Training gucken wir uns das Video auf einem Fernseher an“, sagt Luis. Spieler und Trainer sehen dann, wo sie sich verbessert haben und woran sie noch arbeiten müssen. Das Besondere am Footbonauten sind die vielen Wiederholungen. 200 bis 250 Pässe machen die Spieler im Footbonauten in einer halben Stunde. „Das würden wir beim normalen Training nie schaffen“, sagt der Trainer.

Autorin: Katharina Heimeier, dpa

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