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Tierwelt : Schlau und gefährlich

Nur die Augen und die Nasenlöcher ragen aus dem Wasser.
Nur die Augen und die Nasenlöcher ragen aus dem Wasser.

Mit scharfen Zähnen: Krokodile und Alligatoren zählen zu den größten Reptilien auf der Erde.

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27. Juli 2020, 16:24 Uhr

Knapp unter der Wasseroberfläche lauert ein gefährliches Raubtier. Es kann dunkelgrün oder auch braun sein, hat eine schuppige Haut und ein riesiges Maul mit vielen scharfen Zähnen. Die Rede ist vom Krokodil.

Krokodile und die ganz ähnlich aussehenden Alligatoren sind Reptilien. Auch Schlangen, Eidechsen und Schildkröten gehören zu dieser Tierklasse. Seit Millionen von Jahren bewohnen Krokodile schon die Erde. Bis heute sind sie bestens an ihren Lebensraum angepasst.

Krokodile und Alligatoren mögen es warm. Als Reptilien sind sie wechselwarme Tiere. Das bedeutet: Ihre Körpertemperatur wird stark von der Außentemperatur beeinflusst. Sie liegen zum Beispiel in der Sonne, um sich zu wärmen. Die Tiere leben in den warmen Gebieten von Afrika, Amerika, Asien und Australien. Die meisten halten sich an Flüssen und Seen auf. Das riesige Leistenkrokodil allerdings lebt auch im Meer. „Man kann die Tiere gut dabei beobachten, wie sie am Ufer liegen und sonnenbaden“, erklärt der Biologe Nicolas Brüning vom Tierpark Berlin. „Viel schwerer zu sehen sind sie, wenn sie regungslos im Wasser liegen und auf Beute warten.“ Dann ragen oft nur Augen und Nasenlöcher aus dem Wasser.

Sobald sie sich auf die Jagd machen, werden die sonst recht träge wirkenden Raubtiere blitzschnell. Dann schwimmen sie rasch und oft unbemerkt und lautlos auf ihre Beute zu. Ihren langen Schwanz benutzen sie als Ruder. Schließlich reißen sie ihr Maul auf und schnappen zu.

Kleinere Tiere verschwinden einfach mit einem Happs im Krokodil. Größere Tiere wie etwa Gnus packen die riesigen Echsen und lassen sie nicht mehr los. Sie ziehen ihre Beute unter Wasser und ertränken sie.

Das klingt echt gruselig. Doch Krokodile sind nicht nur gefährliche Raubtiere. Einige Arten wie etwa das Nilkrokodil kümmern sich auch oft liebevoll um ihren Nachwuchs. Krokodil-Mütter tragen ihre frisch geschlüpften Jungen in ihrem Maul ins Wasser. Bis die kleinen Echsen größer sind, verteidigen sie ihren Nachwuchs vor Fressfeinden wie etwa anderen Krokodilen oder Greifvögeln.

Doch wie merken diese Tiere, dass sie im Wasser nach einem Beutetier schnappen und nicht nach ihren eigenen Jungen? „Krokodile sind klug und lernfähig“, sagt der Experte. „Die Tiere besitzen ein empfindliches Sinnesorgan, mit dem sie kleinste Bewegungen im Wasser wahrnehmen.“ Damit unterscheiden sie zwischen Beutetier, anderen Artgenossen, dem Nachwuchs oder einem Stück Treibholz. Selbst wenn es stockfinstere Nacht ist.

Autor: Philipp Brandstädter, dpa

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