Wissen : Sterne sind zum Greifen nah

Thilo Elsner läd oft zum Sterneschauen ein. Doch um etwas zu erkennen, braucht man einen klaren Himmel.
Thilo Elsner läd oft zum Sterneschauen ein. Doch um etwas zu erkennen, braucht man einen klaren Himmel.

Mit dem Teleskop können die Menschen von der Erde aus Planeten und Sterne viel besser erkennen.

nnn.de von
31. Januar 2018, 23:06 Uhr

Hans Lipperhey ist eigentlich Brillenmacher. Eines Tages toben seine beiden Kinder durch die Werkstatt. Sie halten zwei Brillengläser hintereinander und schauen damit aus dem Fenster. Plötzlich sehen sie den Wetterhahn auf dem Kirchturm viel näher und deutlicher! Das bringt Hans Lipperhey auf eine Idee: Er baut eine Röhre zwischen die beiden Linsen und erfindet damit ein Fernrohr. Es ist das erste Teleskop! Diese Geschichte erzählt Thilo Elsner gern, wenn er über die Anfänge der Teleskope redet. Ob sie sich wirklich genau so vor etwa 400 Jahren ereignet hat, weiß man zwar nicht. Sicher ist aber, dass Hans Lipperhey das Teleskop erfand.

Mit diesen Geräten kennt sich Thilo Elsner gut aus. Er ist der Chef einer Sternwarte. Das sind spezielle Gebäude für die Beobachtung des Himmels. Die Sternwarte hat ein rundes Dach, darunter steht ein großes Teleskop. Das Dach kann in alle Richtungen geöffnet werden, um einen möglichst guten Blick zu haben. „Wir brauchen einen freien Himmel, denn auch mit einem Teleskop kann man nicht durch die Wolken sehen“, erklärt Thilo Elsner.

Es gibt verschiedene Teleskope. Linsen-Teleskope etwa. Oder Spiegel-Teleskope. Teleskope bestehen oft aus einem Rohr. Darin befindet sich eine spezielle Lupe, die zum Beispiel den Planeten, den man sich anschaut, vergrößert.

Bei einem Spiegel-Teleskop sitzt diese Lupe zum Beispiel vorn an der Seite. Also dort, wo man in das Teleskop hineinschaut. Man sagt auch Okular zu der Lupe. Im Teleskop sitzt außerdem ein Spiegel. Er reflektiert das Licht von dem Planeten, den man sich anschaut. Das heißt: Der Spiegel wirft das Bild des Planeten zurück – auf einen zweiten Spiegel.

Der zweite Spiegel spiegelt das Bild genau zum Okular. Das Okular vergrößert das Bild. Schaut man hinein, kann man viele Einzelheiten des Planeten erkennen.

Übrigens: Hans Lipperhey erkannte damals gleich, dass er eine tolle Erfindung gemacht hatte. Er wollte deshalb ein Patent auf sein „Instrument zum Sehen in die Ferne“ anmelden. Damit wäre es vor Nachmachern geschützt gewesen. Aber plötzlich behaupteten viele, sie hätten die gleiche Idee gehabt. Es gab so ein Durcheinander, dass der Brillenmacher kein Patent bekam. Seitdem hat sich die Technik noch etwas verändert. Auch sind die Teleskope heute größer. Aber die Idee ist eigentlich noch immer die gleiche.

Autorin: Claudia Bonati

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