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Tiere : Tarnung mit genialen Tricks

Der Einsiedlerkrebs sucht sich ein passendes Schneckenhaus, in das er schlüpfen kann. So schützt er sich vor Tieren, die ihn fressen wollen.
Der Einsiedlerkrebs sucht sich ein passendes Schneckenhaus, in das er schlüpfen kann. So schützt er sich vor Tieren, die ihn fressen wollen.

Viele Tiere fressen andere Tiere. Die versuchen, dem zu entgehen – zum Beispiel durch Farben und Muster.

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17. Juni 2020, 16:11 Uhr

Manche Tiere sind besonders groß, schnell oder stark. Manche können mit Klauen und Zähnen angreifen, andere setzen sich mit Stacheln zur Wehr. Und wieder andere Tiere überleben in der Natur, weil sie unauffällig bleiben. Sie können sich gut tarnen.

Tarnung bedeutet, dass ein Tier schwer zu erkennen ist, weil es zum Beispiel durch seine Farbe oder seine Form mit der Umgebung eins wird. Viele Tierarten nutzen diesen Trick. Die einen bleiben zum Beispiel unentdeckt, um besser Beute jagen zu können. Die anderen, um von ihren Jägern nicht bemerkt zu werden.

So haben etwa die Frischlinge von Wildschweinen oder die Kitze der Rehe besonders gemusterte Felle. Damit sind die Jungtiere im Wald oder in einem Feld schwer zu erkennen. Sie können sich gegen Raubtiere kaum wehren und müssen deshalb so unsichtbar wie möglich bleiben.

Aber auch Raubkatzen wie Tiger oder Leoparden haben ihre Streifen- oder Fleckenmuster wohl zur Tarnung. Wenn sie regungslos lauern, sind sie schlechter in ihrer Umgebung auszumachen.

„Besonders gut angepasst an ihre Umgebung sind der Polarfuchs und der Schneehase“, sagt der Experte Nicolas Brüning: „Beide Tiere wechseln ihre Fellfarbe je nach Jahreszeit.“ Im Sommer sind sie rotbraun beziehungsweise graubraun. Damit sind sie in der morastigen Steppenlandschaft im hohen Norden am Rande des Eismeers gut getarnt. Im Winter ist ihr Fell weiß wie der Schnee.

Doch bei einer tollen Tarnung geht es nicht immer nur um die Farbe des Fells. Auch ihre Körperform verschafft manchen Tieren Vorteile.

Das Seepferdchen zum Beispiel ist hervorragend im Seegras getarnt. Schlank und aufrecht schwebt der ungewöhnliche Fisch meist nahezu unsichtbar durch die Wasserpflanzen.

„Auch Krokodile haben sich an ihre Umgebung angepasst“, erklärt Nicolas Brüning. Liegen sie am Flussufer, kann man die großen Reptilien zwar noch gut sehen. „Jedoch nicht, wenn sie knapp unter der Oberfläche des Wassers treiben“, sagt der Fachmann. Dann ragen nur Augen und Nase der Tiere unbemerkt aus dem Wasser heraus. Denn diese sind auf ihrem Kopf nach oben gewölbt.

Darüber hinaus gibt es noch viele weitere Möglichkeiten, wie sich Tiere schützen. Eine davon ist Einfallsreichtum. Manche Tiere nutzen die Umgebung selbst, um sich dort besser einzufügen. Zum Beispiel sucht der Einsiedlerkrebs nach einem passenden Schneckenhaus. In dieses verkriecht er sich und trägt es mit sich herum. So bleibt er geschützt, wenn Raubvögel ihn entdecken. Denn ein Schneckenhaus ist schwer zu knacken.

Autor: Philipp Brandstädter, dpa

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