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Geseundheit : Wenn Mandeln raus müssen

Der Arzt Roland Mai hat schon viele Mandeln operiert.
Der Arzt Roland Mai hat schon viele Mandeln operiert.

Ihre Entfernung oder Verkleinerung zählt zu den häufigsten Operationen bei Kindern und Jugendlichen.

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03. Juli 2019, 14:25 Uhr

Schon wieder Halsschmerzen! Manche Kinder erleben das häufiger, auch im Sommer. Dann ist oft auch von entzündeten Mandeln die Rede. Die Mandeln sitzen ganz weit hinten im Mund. Wenn du den weit aufmachst und dabei in den Spiegel schaust, siehst du rechts und links die Gaumenmandeln.

Aber was sind Mandeln überhaupt? „Mandeln sind Organe. Sie sind für die Abwehr zuständig“ erklärt Roland Mai. Er ist Hals-Nasen-Ohrenarzt und kennt sich gut aus mit den Mandeln: Dazu gehören die Gaumenmandeln, die Rachenmandel, die Zungengrundmandeln und die Seitenstränge. Manche nennen die Rachenmandel auch „Polypen“, obwohl das nicht ihr richtiger Name ist. Die sitzt hinter der Nase. „Alle Mandeln zusammen bilden etwas wie ein Tor, wo alles, was wir durch Mund und Nase aufnehmen, hindurch muss,“ erklärt Doktor Mai. „Die Mandeln filtern das heraus, was uns krank macht.“ Das sind etwa Bakterien, Viren und Pilze – also winzige Krankheitserreger.

Die Mandeln haben also eine wichtige Aufgabe im Körper. Trotzdem müssen sie manchmal im Krankenhaus herausgenommen werden. Bei Kindern und Jugendlichen ist das sogar die häufigste Art der Operation.

Denn die Mandeln können auch Probleme machen. Eine zu große Rachenmandel kann etwa das Atmen erschweren, erklärt Herr Mai. „Manchmal stört sie auch die Verbindung zum Ohr, wodurch das Kind schlecht hört oder ständig Mittelohrentzündung bekommt.“ Oder die Gaumenmandeln entzünden sich mehr als fünfmal im Jahr und vereitern, so dass starke Medikamente nötig sind. Dann könne man auch über eine Operation nachdenken, erklärt Doktor Mai. Damit es danach weniger Entzündungen gibt. Er hat schon sehr viele solcher Operationen durchgeführt. „Die Frage ist immer: Nutzen sie mehr oder schaden sie mehr?“, erklärt er.

Denn so eine Operation ist nicht ohne: Der Patient braucht eine Narkose, während die Mandel herausgenommen wird. Und hinterher schmerzt die Wunde eine Weile. Zur Sicherheit muss man auch einige Tage im Krankenhaus bleiben, damit die Ärzte sehen, ob noch etwas blutet und dass alles heilt. „Deshalb werden die Gaumenmandeln seit ein paar Jahren meistens nur noch verkleinert“, sagt Herr Mai. Dabei wird nur das Nötigste von der Mandel entfernt und ein Teil bleibt im Gaumen zurück. Und man kann schneller wieder nach Hause.

Aber fehlen die Mandeln dem Körper nicht, wenn sie rausgenommen werden? „Es werden ja nie alle Mandeln herausgenommen“, erklärt Doktor Mai. „Und der fehlende Teil wird von dem restlichen Abwehrsystem ausgeglichen.“

Autorin: Helen Ahmad , dpa

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