Raubtiere in MV : Sind Wölfe wirklich so gefährlich?

Einige Hundert Wölfe leben in Deutschland.
Einige Hundert Wölfe leben in Deutschland.

Das hat sich eine Gadebuscher Schülerin gefragt und sich auf Spurensuche begeben

nnn.de von
08. April 2019, 16:00 Uhr

Seit die Wölfe geschützt sind und immer mehr Tierschutzorganisationen daran arbeiten, sie in Deutschland wieder anzusiedeln, beginnen die Raubtiere tatsächlich, sich auch in Mecklenburg-Vorpommern wieder wohlzufühlen. Aktuell liegt der Bestand bei etwa vier bis sechs Rudeln. In jedem Rudel leben etwa fünf bis sieben Wölfe mit ihren Welpen. Doch was für Tierschützer und Wolffans toll klingt, bereitet anderen Menschen große Sorge.

Wölfe haben keine Feinde

Immer mehr Viehzüchter melden gerissene Tiere durch die meist grauen Räuber. Der Grund dafür besteht in der Tatsache, dass die Wölfe in Deutschland keine Feinde haben und auch die natürliche Scheu vor dem Menschen langsam aber sicher überwinden. Obwohl es ausreichend Wild in den Wäldern gibt, machen sie lieber Jagd auf leichter zu bekommende Beute in Form von Nutztieren. Möglichkeiten, das Vieh zu schützen, wären beispielsweise Strom- oder Stacheldrahtzäune, die mindestens 1,20 Meter hoch sind. Aber diese Zäune sind nur effektiv, wenn die Wölfe über die Zäune springen wollen. Doch die Tiere sind schlauer als viele Menschen vermuten. Sie springen weitaus weniger über die Zäune, als dass sie sich darunter hindurchgraben.

Empfehlung: Herdenschutzhunde

Sie wissen, dass sie ihren Riss auch wegschaffen müssen und sind sich im Klaren darüber, dass sie die Beute unmöglich über den Zaun bringen können. Diese darunter hindurchzuziehen ist hingegen ein weit geringeres Problem. Auch Zäune, die in die Erde hereinreichen, durchschauen sie. Sie fangen einfach ein Stück vor dem Zaun an zu graben und umgehen so das Hindernis. In dieser Hinsicht wäre es eine Möglichkeit, einen in die Erde herein reichenden Zaun zu nutzen und etwa einen Meter von dem Zaun entfernt noch einen weiteren Zaun in die Erde einzugraben. Dieser Trick verwirrt selbst raffinierte Wölfe.

Oft werden auch Herdenschutzhunde empfohlen, doch ist diese Variante eher in wenig besiedelten Gebieten von Vorteil. In Gegenden, in denen jede Menge Touristen mit ihren Hunden entlanglaufen, ist es weniger ratsam, da die Schutzhunde auch die Tiere der Touristen als potenzielle Gefahr für ihre Herde wahrnehmen.

Tierschützer wehren sich gegen Abschuss

Immer mehr Menschen fordern mittlerweile, dass die Wölfe zum Abschuss freigegeben werden, da sie keine natürlichen Feinde haben und sich immer mehr ausbreiten. Tierschützer wehren sich gegen die Forderungen. Es wird jedoch schon viel spekuliert, ob es Reservate geben sollte, in denen die Räuber leben können.

Trotz der Ähnlichkeit und allgemein bekannten Verwandtschaft zum Hund, sollte man einen Wolf jedoch niemals für einen solchen halten. Wenn ein verletzter Wolf oder Wolfswelpe irgendwo liegt, sollte man ihm nicht helfen, da ein erwachsenes Tier sich garantiert verteidigt oder auch Krankheiten hat. Auch Welpen darf man nicht einfach anfassen, so hilflos sie auch aussehen. In solchen Situationen sollte man sich sofort mit einer Person in Verbindung setzen, die für diese Situationen zuständig ist. Ein zu empfehlender Ansprechpartner wäre die Wolfshotline. Dort wird alles in die Wege geleitet, um dem Tier zu helfen.

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