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Filmkunstfest MV 2022 Großes Kino für Kinder: Verliebt fliegt Meeri durch „Himbeeren mit Senf“

Von Katharina Golze | 01.09.2022, 14:10 Uhr

Ihr Vater ist Bestatter und Meeri verliebt. Gar nicht so einfach, das Erwachsenwerden. „Himbeeren mit Senf“ ist eine süß-scharfe Kombi und einer von sechs Kinderfilmen beim Filmkunstfest.

„Mama, ich bin so verliebt, ich kann fliegen“, schreibt Meeri an ihre Mutter. Immer, wenn sie an Rocco denkt, bekommt sie einen glasigen Blick, ein Dauergrinsen und hebt ab, beobachtet ihre beste Freundin Klara. So ist das also, wenn man das erste Mal verliebt ist. „Himbeeren mit Senf“ ist einer von sechs Kinder- und Jugendfilmen, der aktuell beim Filmkunstfest in Schwerin zu sehen ist, und er ist genauso süß und scharf wie das Leben.

Im Keller von Meeris Hauses liegen Leichen, denn ihr Papa ist Bestatter. Gruselig finden das Meeri und ihr verrückter Bruder Luk gar nicht, Tod gehört genauso zum Leben wie Verliebtsein. Der Film ist lustig und komisch – auch wenn er von ernsten Themen wie Liebeskummer, einer bösen Fahrradgang und dem Tod von Luks Lieblinsghuhn erzählt. War das gruselig?

Nicht gruselig, sondern spannend

„Ich habe mich nicht gegruselt“, sagen die Grundschülerinnen Emilia und Lotte. Das soll es auch nicht sein, verrät Filmemacherin Ruth Olshan. Viele knifflige Themen habe sie vorher mit Kindern besprochen. „Wie fandest du die Prügelszenen?“, fragt die Filmemacherin Emilia nach der Vorführung. „So brutal war das nicht. Es macht den Film spannender“, sagt die Neunjährige. Was sie an dem Film am besten fand? „Es war cool, dass Meeri fliegen konnte. Der kleine Bruder war manchmal echt witzig. Und wie der Film heißt, ist auch cool“, sagt Emilia.

Das Fliegen war gar nicht so einfach zu drehen, verrät Filmemacherin Ruth Olshan. Wie im Klettergarten hing Schauspielerin Leni Deschner in den Seilen, drei bis vier Stuntleute hielten sie fest. 15 Meter in die Höhe wurde Leni geschossen, so hoch wie fünf Drei-Meter-Türme. „All die Flugszenen waren echt knifflig. Aber die Kinder haben es geliebt“, sagt Filmemacherin Ruth Olshan. Am Set waren die kleinen Schauspieler wie eine Gang. „Sie hatten ziemlich viel Spaß und haben viel gegackert. Sehr lustig waren die Knutschszenen“, sagt Ruth Olshan. Der Film macht Spaß und lohnt für einen Kinobesuch. Am Sonntag um 16.30 Uhr läuft er noch einamal am Campus am Turm. Und ab Frühjahr 2023 im Kino.

Mehr Informationen:

GLASSBOY (I/ A/ CH 2020) FSK 6, empfohlen ab 9 Jahren

Der elfjährige Pino leidet an einer seltenen Blutkrankheit und darf das Haus nicht verlassen. Aber als er Teil einer Kinderbande wird, beginnt er, um seine Freiheit zu kämpfen.

1. September 16:30 Uhr Campus am Turm | 3. September 13:45 Uhr Kino 6

NACHBARN (CH/ F 2021) FSK 6, empfohlen ab 12 Jahren

Ein syrisches Grenzdorf, 1980er Jahre: Der Kurdenjunge Sero erlebt im ersten Schuljahr, wie seine Welt durch einen absurden Nationalismus radikal verändert wird. Biografisch, humorvoll, traurig.

2. September 13:15 Uhr Kino 6

ONE IN A MILLION (D 2022) FSK 6, empfohlen ab 9 Jahren

Zwei Mädchen auf zwei Kontinenten – die Youtuberin Whitney Bjerken und die stille Yara – sind durch Social Media und die Leidenschaft für das Turnen verbunden. Ein dokumentarischer Coming-of-Age-Film.

2. September 16:30 Uhr Campus am Turm | 4. September 14 Uhr Kino 6

SOLASTALGIA (D 2022) FSK 6, empfohlen ab 10 Jahren

Edda schmerzt die Zerstörung der Erde. In ihrer Zuflucht auf der nordfriesischen Insel Pellworm begegnet sie der jungen Landwirtin Sophie, die die Bundesregierung auf ihr Recht auf Zukunft verklagt.

1. September 15:45 Uhr Kino 6 | 3. September 16:30 Uhr Campus am Turm

Leider verpasst: KALLE KOSMONAUT

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