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Forschung zu Vögeln und Lärm Früher Vogelchor am alten Flughafen in Berlin

Von dpa | 18.09.2022, 16:06 Uhr | Update am 19.09.2022

Wie will man mit seinem Gesang einen Partner anlocken, wenn einem ständig laute Flugzeuge dazwischenkommen? Dass dies schlecht geht, haben wohl auch einige Vögel gemerkt. Und zwar diejenigen, die rund um den ehemaligen Flughafen Tegel in der Stadt Berlin leben.

Singen in der Zeit ohne Fluglärm

Als der Flughafen vor einigen Jahren noch in Betrieb war, fanden Forschende heraus: Vögel wie etwa Amseln starteten dort früher am Tag mit ihrem Gesang als Vögel anderswo. Sie suchten sich also die Zeit aus, zu der am Flughafen noch kein Betrieb war.

Die Umgewöhnung dauert lang

Im Jahr 2020 wurde der Flughafen dann geschlossen. Die Forschenden wollten wissen: Ändern die Vögel ihr Verhalten wieder?

Das Ergebnis: Nicht alle. Rotkehlchen passten sich schnell an, sagt ein Forscher. Amseln dagegen hätten auch ein halbes Jahr nach der Schließung des Flughafens noch früher gesungen. „Die beobachtete Verschiebung beim Morgenchor beträgt je nach Art bis zu 20 Minuten“, erklärt der Forscher. „Vermutlich wird es ein paar Generationen dauern, bis sich die Gesangszeiten wieder normalisiert haben.“

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