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Geschäftsführer ist optimistisch Interview mit FKP Scorpio: Wie geht es der Live-Branche?

Von Ralf Döring | 06.07.2022, 01:00 Uhr

Stephan Thanscheidt, Geschäftsführer beim Konzertveranstalter FKP Scorpio fordert von der Politik Maßnahmen über das Ende gegenwärtiger Hilfsprogramme hinaus. Im Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung spricht er über höhere Personal- und Energiekosten, aber auch über die Zuversicht, mit der er in die Zukunft sieht. 

Um Corona-bedingte Ausfälle von Veranstaltungen abzusichern, fordert der Konzertveranstalter FKP Scorpio von der Bundesregierung Maßnahmen über das Ende gegenwärtiger Hilfsmaßnahmen hinaus. Der “Neuen Osnabrücker Zeitung” sagte Stephan Thanscheidt, Geschäftsführer bei FKP Scorpio, “zum jetzigen Zeitpunkt gibt es nach dem 1. Januar 2023 überhaupt keine Sicherheiten mehr, da die staatlichen Fonds auslaufen und in der privaten Versicherungswirtschaft ohnehin keine pandemiebezogene Absicherung mehr möglich ist. Daher ist es Aufgabe der Politik, weiterhin für Planbarkeit zu sorgen, indem entsprechende Mittel zur Verfügung gestellt werden.”

Ohnehin leidet die Veranstaltungsbranche unter höheren Kosten, die als Spätfolge der Lockdowns entstanden sind. “Technik, Security, Catering und vieles mehr: Personal ist in allen Bereichen der Wertschöpfungskette knapper geworden. Viele Menschen, insbesondere aus kleineren Betrieben oder Solo-Selbstständige, waren in der Pandemie gezwungen, sich ein neues Auskommen zu suchen. Diese Fachkräfte fehlen jetzt, was auch wir zu spüren bekommen.”

Zu spüren bekommt die Branche außerdem die Verteuerung im Energiesektor. “Grundsätzlich sind die gestiegenen Energiekosten Teil einer Gesamtentwicklung, die die Produktion von Live-Events deutlich teurer macht. Auch Material und Personal sind als Folge der Pandemie deutlich kostspieliger als zuvor.”

Publikum kauft wie immer

Weniger Probleme sieht Thanscheidt hingegen beim Verhalten des Publikums. Nach einer Phase der Unsicherheit, ausgelöst durch die Omikronwelle, sei das Kaufverhalten mittlerweile so wie immer, “nur dass sich die Nachfrage auf mehr Veranstaltungen verteilt, da ja viele Events erst mal nachgeholt werden müssen während neue Formate auf den Markt drängen.” Doch werde dieser Rückstau “von entsprechend begrenzter Dauer sein”, so Thanscheidt.

Auch die Gefahr eines “Artensterbens in der Kultur”, vor dem der Musiker und Autor Rocko Schamoni unlängst im Musikmagazin “Rolling Stone” gewarnt hatte, sieht Thanscheidt nicht. Während Schamoni befürchtet, Veranstalter könnten künftig das Risiko scheuen, unbekannte Künstler zu engagieren, sagt Thanscheidt hingegen, “wir sehen keinen Grund, warum wir auf Nummer Sicher gehen sollten”. Nachwuchsförderung sei “fest in der DNA unseres Unternehmens verankert, dementsprechend bieten wir Nachwuchstalenten genauso wie großen Namen eine Bühne”.

FKP Scorpio zählt zu den größten Konzertveranstaltungen in Deutschland. Das Unternehmen mit Sitz in Hamburg führt unter anderem die Festivals Hurricane, Tempelhof Sound und M’era Luna durch und veranstaltet in diesem Sommer die Konzerte der Rolling Stones in Deutschland.

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