Live-Album aus dem Archiv : Damals in Tuscaloosa... Neil Young wird fündig

Wie klang Neil Young 1973? «Tuscaloosa» zeigt es.
Wie klang Neil Young 1973? «Tuscaloosa» zeigt es.

Das Archiv von Neil Young dürfte fast unerschöpflich sein. Jetzt greift der kanadische Rock-Recke auf eine Liveaufnahme aus dem Jahr 1973 zurück. Sie enthält einige seiner schönsten Songs.

nnn.de von
12. Juni 2019, 15:00 Uhr

Ehrwürdige 73 Jahre alt ist der große Folkrocker Neil Young seit November, aber er scheint unverwüstlich zu sein. Im Juli steht der Kanadier mit seiner jungen Band Promise Of The Real auch wieder auf deutschen Bühnen und lässt die Gitarre glühen. Doch vorher betreibt er noch etwas Archiv-Pflege.

«Tuscaloosa» (Reprise) heißt ein 52-Minuten-Album mit 11 Live-Songs (drei LP-Seiten auf Doppel-Vinyl), das Young bei seiner stetigen Schatzsuche in heimischen Beständen zutage beförderte. Es enthält zuvor unveröffentlichte Mitschnitte einer Tournee, die ihn nach dem Riesenerfolg seines Albums «Harvest» (1972) durch Nordamerika führte. Die Platte war seinerzeit Nummer 1 in den USA, Kanada und Großbritannien. Die Single «Heart Of Gold» wurde zum sofortigen Hit (und ist noch heute einer dieser berühmten Insel-Songs).

Young spielte am 5. Februar 1973 an der University of Alabama in Tuscaloosa nicht mit den bewährten Rock-Rabauken von Crazy Horse, sondern mit der weniger knorrigen, auf den «Harvest»-Folk bestens eingespielten Stray Gators. Seit 1971 hatte der Singer-Songwriter Sound und Material mehrfach verändert, die Zweitband war offenbar dafür die flexiblere Truppe. Tim Drummond (Bass), Kenny Buttrey (Drums), Jack Nitzsche (Piano) und Ben Keith (Steel-Gitarre) bildeten das Line-Up für den Sänger mit der Koyotenstimme.

«Tuscaloosa» umfasst Live-Versionen von Songs aus Youngs selbstbetiteltem Debüt 1969, Stücke der beiden frühen Solo-Erfolgsalben «After The Goldrush» (1970) und «Harvest» - sowie Material, das den Zuhörern in Alabama 1973 noch nicht bekannt sein konnte, denn es erschien erst später. So ist hier eine Version des Titeltracks vom Live-Album «Time Fades Away» (1973) zu hören, hinzu kommen Tracks des kommenden Klassikers «Tonight's The Night» (1975).

«Here We Are In The Years» und «After The Gold Rush» spielt der damals 27 Jahre alte Frontmann zunächst solo an Gitarre und Klavier, die Stimme klingt noch etwas windschief. Danach kommen The Stray Gators hinzu, und es entwickelt sich eine tolle Rock-Show mit einigen der besten Lieder aus dem Katalog des Kanadiers - bis zum 8-Minuten-Highlight «Don't Be Denied». Lohnt sich nicht nur für knallharte Neil-Young-Fans.

Live-Auftritte von Neil Young & Promise Of The Real im Juli: 2.7. Dresden, 3.7. Berlin, 5.7. Mannheim, 6.7. München

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