Mit kritischem Blick : Die USA als Kolonialmacht: «Das heimliche Imperium»

Auf Puerto Rico, Guam, Amerikanisch-Samoa und einigen kleineren Inselarchipelen leben insgesamt vier Millionen US-Bürger - ohne entsprechendes Wahlrecht. Ein Historiker untersucht die amerikanische Kolonialgeschichte.

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14. Januar 2020, 18:11 Uhr

Das Territorium der USA ist viel größer, als die Landkarte zeigt. Aber nicht einmal vielen Amerikanern ist das bekannt.

Auf Puerto Rico, Guam, Amerikanisch-Samoa und einigen kleineren Inselarchipelen leben insgesamt vier Millionen US-Bürger ohne entsprechendes Wahlrecht. Diese Territorien sind neben ca. 800 Militärstützpunkten rund um die Welt Ausdruck eines noch immer existierenden Kolonialreiches, das der US-Historiker Daniel Immerwahr in seinem Buch «Das heimliche Imperium» nennt.

Mit kritischem Blick untersucht der Historiker die amerikanische Kolonialgeschichte, beginnend mit den Raubzügen gegen die Indianer über die Eroberung der Philippinen und Puerto Ricos bis zur Einverleibung etlicher Pazifikinseln aus strategischen Gründen. Interessant ist, wie die Amerikaner ihre Kolonien (die sie aber nie so nannten) verwalteten, nämlich eher improvisiert, fast gleichgültig und wie nebenbei.

Trotzdem sind viele ehemalige Territorien wie etwa die Philippinen noch heute stark vom amerikanischen Einfluss geprägt.

- Daniel Immerwahr: Das heimliche Imperium. Die USA als moderne Kolonialmacht, S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main, 720 Seiten, 26,00 Euro, ISBN 978-3-10-397235-1.

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