Unheilbare Krebserkrankung : Fans und Promis trauern: Moderator Walter Freiwald ist tot

Der Moderator Walter Freiwald ist tot. Freiwald, der vor allem mit der Sendung 'Der Preis ist heiß' bekannt geworden war, starb am Samstag im Alter von 65 Jahren. Foto: Monika Skolimowska/dpa
Der Moderator Walter Freiwald ist tot. Freiwald, der vor allem mit der Sendung "Der Preis ist heiß" bekannt geworden war, starb am Samstag im Alter von 65 Jahren. Foto: Monika Skolimowska/dpa

Erst vor kurzem machte Freiwald öffentlich, dass er unheilbar an Krebs erkrankt ist. Nun ist der Moderator gestorben.

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21. November 2019, 06:58 Uhr

Meerbusch | Er war "Mr. Teleshopping". Walter Freiwald, TV-Ikone des Privatfernsehens, ist tot. Er starb am vergangenen Samstag im Alter von 65 Jahren. In den 1990er Jahren wurde er an der Seite von Harry Wijnvoord bei "Der Preis ist heiß" (RTL) zur Kultfigur, verkaufte in der TV-Show mit großer Geste und viel Temperament Kühlschränke und Gartenmöbel, die er in den höchsten Tönen anpries. Von 1989 bis 1997 lief die Show.

"Ich bin tief traurig und in meinen Gedanken bei Walters Familie", so Wijnvoord gegenüber RTL. "Bei unserem letzten Gespräch war seine Stimme noch stark, aber aus dem Inhalt des Gesprächs war zu schließen, dass er sehr schwach ist." Die beiden ehemaligen Freunde hatten sich erst vor wenigen Jahren versöhnt, nachdem sie lange nicht miteinander gesprochen hatten.

Morddrohungen im Internet

Anfang 2015 zog Freiwald ins RTL-Dschungel-Camp ("Ich bin ein Star, holt mich hier raus!"). In Deutschlands quotenstärkster Show wurde ihm die Rolle des bösen Fieslings zugedacht. Aus Freiwald wurde Freiwild für die Hater im Internet. Er bekam Morddrohungen und – zurück in Deutschland – Personenschutz. Die Fensterscheiben an seinem Haus in Meerbusch bei Düsseldorf waren lange Zeit abgeklebt.

Walter Freiwald im Jahr 2015 während seiner Abreise ins RTL-Dschungelcamp. Foto: imago images/Future Image
imago images/Future Image
Walter Freiwald im Jahr 2015 während seiner Abreise ins RTL-Dschungelcamp. Foto: imago images/Future Image


Kritiker hielten ihm vor, selbst ausgeteilt und an der Dramaturgie nicht unschuldig gewesen zu sein. "Ich bin 'ne Rampensau, na klar", sagte der Moderator. Das Ausmaß des Hasses auf seinem Facebook-Profil und seiner Homepage habe ihn trotzdem entsetzt. Walter gegen den Rest der Welt. "Diese perverse Art – das ist gefährlich, was da im Netz passiert", sagte Freiwald.

"Der Preis ist heiß" als Sprungbrett

Der gebürtige Ostfriese verriet in seinen Memoiren ("Frei Schnauze und mit einem Augenzwinkern"), dass er eine harte Kindheit mit viel Prügel und wenig Liebe im Ruhrpott hinter sich gebracht hatte. Als langhaariger jugendlicher Ausreißer flüchtete er aus seinem Elternhaus – und wurde Opfer eines Sexualverbrechers.

Dann schlug Freiwalds Stunde als Privatradio-Pionier unter Frank Elstner bei RTL in Luxemburg – er wohnte damals in einer WG mit Hugo Egon Balder.

Helmut Markwort holte ihn später nach München, wo er Moderator von Radio Gong wurde. Freiwald durfte sich austoben, verursachte Menschenaufläufe und ein Verkehrschaos, moderierte vor 20.000 Menschen im Olympiapark.

Mit "Der Preis ist heiß" schaffte er den Sprung ins Fernsehen, war neun Jahre lang Aufwärmer, Ansager, Sidekick und Show-Clown in einer Person.

Der ehemalige 'Tagesschau'-Sprecher Jo Brauner (M.) und die Moderatoren Walter Freiwald (l.) und Ralf Kühler (r.) in einem Studio des TV-Kanals RTL SHOP. Foto: Jörg Carstensen/dpa
dpa/Jörg Carstensen
Der ehemalige "Tagesschau"-Sprecher Jo Brauner (M.) und die Moderatoren Walter Freiwald (l.) und Ralf Kühler (r.) in einem Studio des TV-Kanals RTL SHOP. Foto: Jörg Carstensen/dpa


Zweimal, 2010 und 2016, brachte sich der TV-Moderator – vergeblich – für das höchste Staatsamt ins Spiel: Er würde gerne für das Amt des Bundespräsidenten kandidieren. "Ich habe mich schon immer für Politik interessiert und fühle mich in der Lage, ein bisschen Politik mitzugestalten", sagte er.

Fans drücken ihre Trauer aus

Vor zwei Wochen, am 6. November 2019, machte Freiwald öffentlich, dass er unheilbar an Krebs erkrankt sei: "Der Krebs ist ein Arschloch und wird mich töten", schrieb er. Und: "Ich liebe meine Frau und meine Kinder."


Unter einer Nachricht auf Freiwalds Twitter-Profil über seinen Tod drückten Fans des Moderators ihre Trauer und ihr Beileid aus. "Sie haben und so viel Spaß und Unterhaltung gegeben. Dafür, und für all die tollen Sendungen, gebührt Ihnen Herr Freiwald Dank! Viel Kraft der Familie und den Angehörigen", hieß es etwa. Die Fans waren sich sicher: "Ab jetzt wird im Himmel auch Fernsehen nach deiner Art gemacht". Comedian Torsten Sträter sendete ebenfalls eine Botschaft: "Lieber Walter, wir halten dich so sehr am Leben, wie wir können. Gute Reise", schrieb er.


"Ohne Dich wäre das deutsche TV sehr viel trauriger und farbloser gewesen. Danke für den Wahnsinn, die Freude und die Energie", erinnert Moderator Oliver Kalkofe an seinen Kollegen. Aurelio Savina, mit dem Freiwald im Dchungelcamp zu sehen war, teilte ein gemeinsames Foto auf Instagram: "Wir hatten unsere Diskrepanzen Walter und auch jetzt sind wir uns wieder nicht einig, denn du sagtest der Krebs sei ein Arschloch ! Ist er nicht ! Der Krebs ist ein richtiger Bastard !!!"


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