Auszeichnung : Baftas: «The Favourite» und «Roma» räumen ab

Alfonso Cuarón mit seinen beiden Baftas (Bester Regisseur, Bester Film). /Invision/AP
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Alfonso Cuarón mit seinen beiden Baftas (Bester Regisseur, Bester Film). /Invision/AP

Das Netflix-Drama «Roma» erhält bei den Baftas den wichtigsten britischen Filmpreis. Die meisten Auszeichnungen bekommt «The Favourite». Knapp zwei Wochen vor den Oscars bleibt es spannend. Die Preisverleihung in London gerät dagegen eher langweilig.

nnn.de von
11. Februar 2019, 11:59 Uhr

Ganz in Weiß schritt die Herzogin von Cambridge über den roten Teppich und stahl damit den Stars fast die Show. Bei der Verleihung der britischen Filmpreise war Kate am Sonntag auch eine der ersten, die Olivia Colman zu deren Bafta-Erfolg gratulierte.

Colman wurde für ihre Rolle als Königin Anne in «The Favourite» als Beste Darstellerin ausgezeichnet. Der Historienfilm erhielt in London insgesamt sieben Baftas. Den wichtigsten Preis als Bester Film bekam «Roma», für den der Mexikaner Alfonso Cuarón auch als Bester Regisseur geehrt wurde.

Es ist ein besonderer Triumph für den Streaming-Anbieter Netflix, der den Schwarz-Weiß-Film produziert hat. «Roma» erhielt außerdem die Trophäe für den Besten Nicht-Englischsprachigen Film und für die Beste Kamera. «Das ist eine unglaubliche Ehre, Bafta», bedankte sich der sichtlich bewegte Cuarón. Die anschließende Netflix-Party in einer ehemaligen Londoner Feuerwache, die zu einem Nobelhotel umgebaut wurde, soll bis in die frühen Morgenstunden gedauert haben.

Das Team von «The Favourite», der unter anderem als Herausragender Britischer Film und für sein Drehbuch ausgezeichnet wurde, dürfte ähnlich lange gefeiert haben. «Nachher werden wir uns dermaßen betrinken», hatte Colman schon in ihrer Dankesrede angekündigt, bei der sie mit den Tränen kämpfte. Rachel Weisz nahm den Bafta für die Beste Nebenrolle mit und setzte sich damit gegen ihre Co-Darstellerin Emma Stone durch. «Wenn es nach mir geht, sind wir alle gleich», betonte Colman, «wir sollten alle Hauptdarstellerinnen sein.»

Ein Indikator für die Oscar-Verleihung waren die Baftas in der Vergangenheit nicht unbedingt. Bei der großen Show in Los Angeles am 24. Februar dürfen sich Viele Hoffnungen auf einen Oscar machen. Besonders Rami Malek gilt als Favorit. Der US-Amerikaner bekam für seine beeindruckende Darstellung des Queen-Sängers Freddie Mercury im Musikfilm «Bohemian Rhapsody» nach dem Golden Globe nun die goldene Bafta-Maske. Stars wie Christian Bale («Vice») und Viggo Mortensen («Green Book - Eine besondere Freundschaft») hatten das Nachsehen.

«Ihr Briten habt Musik drauf», lobte der US-Amerikaner Malek, «ich weiß, dass Euer musikalisches Erbe heilig ist. Danke an den größten Außenseiter aller Zeiten, Freddie Mercury.» Eine Nominierung für Regisseur Bryan Singer war zurückgezogen worden, nachdem Vorwürfe wegen sexuellen Missbrauchs laut geworden waren. Singer bestreitet die Anschuldigungen. Sein Name fiel am Sonntag nicht einmal.

Immerhin einen Bafta gab es für einen weiteren Oscar-Kandidaten, die Komödie «Green Book - Eine besondere Freundschaft». Mahershala Ali bekam den Preis als Bester Nebendarsteller und rang um Fassung. Der Preis für die Beste Musik ging an Bradley Cooper und Lady Gaga für den siebenfach nominierten Film «A Star Is Born», der ansonsten - wie schon bei den Golden Globes - leer ausging. Cooper nahm die Trophäe allein entgegen, während sich Gaga in Los Angeles den Grammy abholte.

Wie schon im Vorjahr führte die britische Ikone Joanna Lumley in der traditionsreichen Royal Albert Hall durch den Abend. «Gottseidank haben die Baftas eine Moderatorin», scherzte die 72-Jährige - ein Seitenhieb auf die Oscars, die in diesem Jahr weder eine Moderatorin noch einen Moderator haben. Doch Lumleys Auftritt geriet ansonsten eher fade und steif. Ihre Gags bekamen von den anwesenden Gästen meist nur ein höfliches Lächeln.

Für Colman hatte der Bafta-Abend neben einer goldenen Trophäe und diversen Drinks womöglich noch einen praktischen Nutzen. Für die Serie «The Crown» steht sie derzeit als Königin Elizabeth II. vor der Kamera. Ob sich die 45-Jährige bei Herzogin Kate und Prinz William ein paar Tipps aus erster Hand holte, wurde aber nicht bekannt.

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