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Rostock Bleibt Ex-Moderator auf freiem Fuß?

Von AFRO | 01.06.2017, 21:00 Uhr

Sein Verteidiger Jörg Warner hofft, dass der Rest zur Bewährung ausgesetzt wird

Obwohl der Bundesgerichtshof das Urteil über fünf Jahre Haft gegen einen früheren Rostocker Hörfunk-Moderator abgesegnet hat, bleibt offen, ob er wieder ins Gefängnis muss. Der Radio-Mann hat bereits zwei Jahre und acht Monate verbüßt. Sein Verteidiger Jörg Warner hofft, dass der Rest zur Bewährung ausgesetzt wird. Rechtlich ist es in bestimmten Fällen möglich, dass Häftlinge nach der Hälfte der verhängten Strafzeit entlassen werden. Häufiger ist die Entlassung nach Zweidritteln der Strafe. In diesem Fall müsste der Verurteilte zurück in Haft, könnte aber im offenen Vollzug viel Zeit außerhalb verbringen.

Das Landgericht Rostock hatte den früheren Moderator 2016 verurteilt. Er blieb auf freiem Fuß, weil sein Anwalt das Urteil in der nächsthöheren Instanz beim BGH anzweifelte. Der 43-Jährige wurde verurteilt, weil er Gewinnspiele des Senders Ostseewelle manipulierte. Er verriet die Lösungen von Ratespielen oder den Zeitpunkt von „Gewinn-Anrufen“ an Bekannte. Wenn diese in der Sendung anriefen, gewannen sie offiziell bis zu
10 000 Euro. Der damalige Moderator und ein Komplize ergaunerten sich damit 61000 Euro, denn den fingierten Gewinnern ließen sie nur einen kleinen Rest.

Der Radio-Mann wurde auch wegen betrügerischen Bankrotts verurteilt. Er war mit 520 000 Euro verschuldet und meldete Privatinsolvenz an. Seine hohen Radio-Honorare ließ er an seine Freundin als Strohfrau auszahlen, so dass die Gläubiger nicht darauf zugreifen konnten.

In die Strafe über fünf Jahre floss auch ein früheres Urteil wegen Kindesmissbrauchs ein. Drei Jahre und zwei Monate Haft bekam der Mann 2012, weil er Sex mit einem anfangs zwölf Jahre alten Mädchen hatte. Einen Großteil dieser Strafe verbüßte er und muss deshalb im günstigsten Fall nicht zurück in Haft.