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MV Werften Bund sichert Kreuzfahrerbau ab

Von ROTH | 27.06.2018, 20:45 Uhr

Der Maritim-Beauftragte fordert von Werften schlüssiges Finanzkonzept.

Staatshilfe aus Berlin für die MV Werften: Die Schiffbauer aus Wismar und Warnemünde können für den Bau der weltweit größten Kreuzfahrtschiffe mit Bürgschaften des Bundes rechnen. Der Koordinator der Bundesregierung für die maritime Wirtschaft, Norbert Brackmann, sicherte zu, gemeinsam mit dem Land in die Finanzierung der bis zu 1,6 Milliarden Euro teuren Schiffe einzusteigen: „Wenn das Land mit 375 Millionen Euro bürgt, dann steht der Bund mit dem gleichen Betrag bereit“, sagte er gegenüber unserer Redaktion. Wann die Entscheidung falle, hänge vom Land ab.

Noch steht das Finanzkonzept allerdings nicht: Bei den bislang auf den Werften gebauten, etwa 60 Millionen Euro teuren Flusskreuzfahrern der Rhine Class, hatten zum malaysischen Genting-Konzern gehörenden Werften die Finanzierung selbst auf die Beine gestellt. Bei der Finanzierung der großen Schiffe will Genting die in der Branche üblichen staatlichen Kreditbürgschaften nutzen. Bislang hat das Unternehmen keine Details mitgeteilt. 2020 soll das erste speziell für den asiatischen Kreuzfahrtmarkt konzipierte Schiff abgeliefert werden, hatte das Unternehmen im Frühjahr mitgeteilt. Zwei Gutachter hatten das bislang von den MV Werften vorgelegte Konzept unter die Lupe genommen. Vergangene Woche hatte der Finanzausschuss des Landtages sich vor Ort über den Bau der Kreuzfahrer informiert. Noch hat das Unternehmen mit seinem Finanzkonzept nicht vollständig überzeugt: „Die Bedingungen aus dem Gutachten sind noch nicht alle erfüllt – aber ich gehe davon aus, dass sie erfüllbar sind“, meinte Brackmann.