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Nach Warnstreiks Einigung im Nahverkehr-Tarifstreit

Von Joachim Mangler | 24.01.2018, 16:23 Uhr

Zehntausende Pendler und Schüler mussten in dieser Woche nach Alternativen zu Bus oder Straßenbahn suchen. Damit ist nun Schluss: Die Tarifparteien haben eine Einigung erzielt.

Nach insgesamt drei Streiktagen im Nahverkehr in dieser Woche haben die Gewerkschaft Verdi und der Kommunale Arbeitgeberverband (KAV) bei ihren Verhandlungen ein Ergebnis erzielt. Wie beide Seiten am Mittwoch in Rostock übereinstimmend berichteten, sollen die rund 1600 Busfahrer und Mitarbeiter in den Nahverkehrsgesellschaften rückwirkend zum 1. Januar eine Lohnsteigerung um 2,2 Prozent, mindestens jedoch 80 Euro erhalten. Ab Januar 2019 soll eine weitere Steigerung um 3,0 Prozent erfolgen.

Wie Verdi-Verhandlungsführer Karl-Heinz Pliete sagte, sind die Gewerkschafter mehrheitlich zu der Einschätzung gelangt, dass die Arbeitgeberseite auch durch weitere Warnstreiks nicht zu einer weiteren Nachbesserung zu bewegen ist. Die Tarifkommission werde am 1. Februar darüber abstimmen, ob das Ergebnis angenommen werden kann.

KAV-Geschäftsführerin Gabriele Axmann erklärte, der Abschluss stelle die Unternehmen wirtschaftlich vor große Herausforderungen. Für sie ergäben sich zusätzliche Kosten in Höhe von rund 4,3 Millionen Euro.

Am Mittwochmorgen waren in Rostock und großen Teilen Vorpommerns Hunderte Busse und Straßenbahnen in den Depots geblieben. In Vorpommern fuhren vor allem in den Regionen Pasewalk und Torgelow fast keine Busse mehr. Dagegen fuhren die VVG-Busse in den Regionen Loitz und Jarmen trotz Warnstreiks. In Rostock hatten mehr als 400 Fahrer ihre Arbeit niedergelegt. Zuvor waren die Mecklenburgische Seenplatte und der Kreis Ludwigslust-Parchim von den Warnstreiks betroffen.