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Schwerin Er fragte sie an Heiligabend

Von LIKL | 24.12.2017, 11:30 Uhr

Warum Eric den 24. Dezember als Tag für seinen Heiratsantrag wählte und ob er die Entscheidung bereut.

„Dieses Jahr werde ich dir einen Antrag machen“, hatte Eric Millrath kurz nach Mitternacht an Silvester verkündet und seiner Vivi dabei tief in die Augen gesehen. „Ich wusste von Anfang an, dass sie die Frau fürs Leben ist.“ Vielleicht war er ein bisschen beschwipst. Vivi hatte sich gefreut und gelacht. Doch als sich das neue Jahr dem Ende neigte und Anfang Dezember noch immer kein Antrag kam, wurde sie misstrauisch: „Ich dachte, er fragt gar nicht mehr“, erinnert sie sich. Dabei hatte Eric für die Verlobung einen ganz besonderen Tag im Auge: Den 24. Dezember.

Nein, mit einem Antrag an Heiligabend hätte sie nie gerechnet, meint Viviane Millrath und grinst. „Ich wollte immer eine richtig große Verlobung. Aber was Eric sich hat einfallen lassen, war so schön.“ An ihrer rechten Hand funkelt ihr goldener Ehering. Auf der Innenseite ist der Fingerabdruck von Eric eingraviert. „Den Namen und das Hochzeitsdatum sollte man sich doch auch so merken“, meint Vivi. Sie und Eric lernten sich 2012 beim Sport kennen. Vor zwei Jahren dann fasste sich Eric ein Herz und hielt um ihre Hand an. An den Antrag denken beide immer noch gerne zurück. Vor allem zur Weihnachtszeit.

Damals feierten die beiden nur im kleinen Kreise, mit seinen Eltern und ihrer Oma. Der Weihnachtsbaum leuchtete. Die Bescherung war fast vorbei. Dann plötzlich bat Eric seine Vivi nach vorne, erinnert sich die 29-Jährige und lächelt: „Ich sagte noch: Wir wollten uns nichts schenken.“ Doch was Eric dann tat, damit rechnete sie nicht. Der damals 24-Jährige ging vor ihr auf die Knie. „Ich weiß nicht mehr, was er sagte. Ich weiß nur noch, dass ich die falsche Hand hingehalten habe“, sagt Viviane. So aufgeregt sei sie gewesen. „Und du hast ‚ja‘ gesagt“, ergänzt Eric. Noch immer sind die beiden Schweriner sichtlich gerührt. Und Eric grinst: „Ich weiß auch nicht mehr, was ich gesagt habe. Letztendlich ist es auch egal.“

Ein bisschen erleichtert ist er dennoch. Ein Antrag an Heiligabend birgt immerhin auch gewisse Risiken. Unvorstellbar für ihn, hätte sie „nein“ gesagt. Doch Eric hatte für seine Terminwahl einen guten Grund. „Ich wollte, dass meine Eltern und Vivis Oma dabei sein können“, meint der Schweriner. Heiligabend bot sich da an. „Ein bisschen traditionell bin ich da schon.“ Deshalb hielt er auch im Vorfeld schon bei der Oma von Viviane um deren Hand an. Ihren Vater, den konnte er leider nicht mehr fragen.

Verlobung und Weihnachten – das passt. Immerhin spricht man ja nicht umsonst vom Fest der Liebe. 32 Prozent der Heiratswilligen finden, dass Heiligabend der perfekte Tag für die Frage aller Fragen ist. Das will zumindest die britische Event-Planer-Website „Chilisauce“ bei einer Erhebung unter 7000 Männer und Frauen herausgefunden haben. Kerzenschein, der Duft von Tannengrün und gemütliche Stunden zu zweit lassen auch so schon Romantik aufkommen.

Das Internet ist voll von Tipps für den perfekten Antrag unterm Weihnachtsbaum. Vom Ring im Adventskalender bis hin zu versteckten Botschaften auf den Plätzchen. Doch natürlich ist er kein Ersatz für eine fehlende Geschenkidee. Immerhin sollte der Antrag zu dem Paar passen und eine besondere Bedeutung haben.

„Ich würde es immer wieder so machen“, sagt Eric. Und seine Vivi würde wohl auch immer wieder „ja“ sagen. Am 13. April dieses Jahres heirateten die beiden auf dem Schweriner Standesamt. Fotoshooting im Schlossgarten, Hochzeitstorte, Schleier im Haar, Tanzen bis in die Morgenstunden. Am Tag danach ging es nach Paris, in die Stadt der Liebe. „Es war perfekt. Ein richtiger Mädchentraum“, meint Viviane. „Die Hochzeit gibt einem noch einmal ein Stück Zusammengehörigkeit.“ Inzwischen haben die beiden ein Haus am Stadtrand von Schwerin gekauft. Vielleicht gibt es hier in Zukunft auch Kinderfußgetrappel zu hören.

Doch erst einmal steht Weihnachten vor der Tür. Ein ganz besonderes Fest für Viviane und Eric Millrath: „Es ist eine schöne Erinnerung an unsere Verlobung, die wir mit unserer Familie teilen.“