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Rückblick auf Spendenaktionen Hier haben Sie geholfen

Von LIKL | 22.12.2017, 05:00 Uhr

Jedes Jahr lösen Berichte in unserer Zeitung eine Welle der Hilfsbereitschaft bei unsern Lesern aus – ein Rückblick der vergangenen zehn Jahre

Es gibt Momente, da bricht die Welt zusammen. In einer Sekunde ist nichts mehr wie es einmal war. Das Kind wird schwer krank, das Haus durch einen Sturm zerstört, die heile Welt aus den Fugen gerissen. Immer wieder geraten Menschen aus der Region unverschuldet in Notsituationen. Doch dank Ihnen, liebe Leser, konnte wir gemeinsam Tausenden Betroffenen wieder ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Jedes Jahr lösen Berichte in unserer Zeitung eine Welle der Hilfsbereitschaft aus. Sie, liebe Leser, verschenkten Möbel, Sie schleppten Sandsäcke, Sie räumten auf, Sie packten Weihnachtspäckchen, Sie spendeten Trost, Sie spendeten Hoffnung und Sie spendeten Geld. Wir haben in die vergangenen zehn Jahre zurück geblickt. Weit mehr als 750  000 Euro kamen in dieser Zeit für diverse Hilfsaktionen zusammen. Oft lässt sich der genaue Wert nicht bemessen. An dieser Stelle dafür: Danke!

Es sind Schicksale, die im Gedächtnis bleiben: Kevin aus Sternberg, dessen Eltern 2009 nicht genug Geld für Weihnachtsgeschenke hatten. Alexis, das Mädchen aus Schwerin, das 2016 zu klein für einen üblichen Schulranzen war. Eine Spezialanfertigung konnte sich ihre alleinerziehende Mutter nicht leisten. Oder die 14 Schweriner, die in diesem Jahr bei einem Hausbrand ihr Hab und Gut verloren. Ihnen allen konnte geholfen werden.

Doch manchmal wird mehr benötigt als Geld. 2015 schaute ganz Deutschland voller Schrecken auf Bützow, als ein Tornado die Innenstadt des Ortes in nur wenigen Minuten zerstörte. Hunderte Gebäude wurden beschädigt. Auch das von der vierköpfigen Familie Dorn. Der Orkan riss damals das Dach ihres Wohnhauses mit, verwüstete die Kinderzimmer. Wie durch ein Wunder wurde niemand verletzt. Der Schaden blieb. „Wir sind jetzt teilobdachlos“, sagte Ramona Dorn damals unter Tränen. Sofort am Tag nach dem Tornado kamen Leser auf unsere Redaktion zu. Sie wollten helfen. Boten Kleidung, Möbel und Essen an. Gemeinsam mit ihnen starteten wir die bisher größte Spendenaktion unserer Zeitung. 123  400 Euro kamen für die Sturmopfer zusammen.

Nicht vergessen ist auch das Schicksal von Oma Elfriede Kober. Die rüstige Rentnerin aus Bälow bei Wittenberge wurde gleich zwei Mal Opfer des Elbehochwassers. Einmal 2002 und dann 2013, als sich das Wasser ein weiteres Mal unaufhaltsam Zentimeter für Zentimeter seinen Weg in ihr Zuhause bahnte, erst ihren liebevoll gepflegten Garten und schließlich ihr Haus unter Wasser setzte. „Ich hätte nicht gedacht, dass ich so etwas in meinem Alter durchstehe. 2002 hat mir völlig gereicht“, sagte die damals 74-Jährige fassungslos. Unzählige Helfer verhinderten bei der Flut Schlimmeres. Tagelang schichteten sie Sandsäcke auf. Doch am Ende konnte eben nicht jedes Haus geschützt werden. Unsere Zeitung bat um Hilfe für die Hochwasseropfer. Fast 90 000 Euro gingen auf dem Spendenkonto ein, 35 000 Euro davon erhielt Elfriede Kober.

Es sind nicht immer nur Naturgewalten, die die Menschen in verzweifelte Lagen bringen. Seit Jahren rufen wir daher immer kurz vor Weihnachten zu einer Spendenaktion für einen guten Zweck auf. Gerade zu dieser Zeit liegt uns das Glück von Kindern und deren Familien besonders am Herzen.

Wenn sich bei den Jüngsten ein Abschied auf Raten abzeichnet, gibt es meistens nur einen Wunsch: Zeit mit der Familie. Um diesen den Kindern zu erfüllen, war der Arbeitskreis zur Palliativmedizin und Hospizbegleitung „Mike Möwenherz“ vom Uniklinikum Rostock lange auf Spenden angewiesen. 2012 wurde ein neues Fahrzeug benötigt, um die Patienten in der Weihnachtszeit auch zuhause betreuen zu können. Unsere Leser spendeten 96  522 Euro. Geld, das dringend benötigt wurde.

Ein ähnliches Anliegen hatte auch unsere Weihnachtsaktion von 2011. Mit den Spenden unserer Leser konnte das Kinderzentrum Mecklenburg drei neue Autos anschaffen. Mit ihnen war es den Schwestern möglich, kleine Patienten und ihre Eltern im Rahmen der sozialmedizinischen Nachsorge auch zuhause zu betreuen. Eine große Erleichterung für die Familien.

Es muss nicht immer Geld sein. 2015 löste unsere Paketaktion eine Woge der Freude aus. Unsere Leser packten insgesamt 1400 Päckchen. 1400 Kinder freuten sich über die Überraschungen, die bei Weihnachtsfeiern in elf Städten im Verbreitungsgebiet verteilt wurden.

Und dann auch im vergangen Jahr: Hilfsbereitschaft ohne Ende. Die Unikinderklinik Rostock benötigte dringend eine Ernährungsberaterin. Für Patienten wie den kleinen Mika. Der war damals erst drei Jahre alt und hatte bereits sechs Chemotherapien hinter sich. Die richtige Ernährung spielt bei krebskranken Kindern eine große Rolle, erklärte Prof. Carl Friedrich Classen, Oberarzt in der Rostocker Kinderonkologie damals. Für manche Kinder schmecke alles nach Seife, andere vertragen gar nichts. Die kleinen Patienten benötigten aber eine kalorienreiche Nahrung, die auch schmecken soll. „Da braucht es viel Fantasie und Einfallsreichtum“, sagte Classen. Dank der Spenden unserer Leser in Höhe von 57  000 Euro konnte die Uni-Kinderklinik eine auf junge Patienten spezialisierte Ernährungsberaterin einstellen.

Auch in diesem Jahr können wir auf unsere Leser zählen. Bei unserer Weihnachtsaktion für den ASB-Wünschewagen gingen schon jetzt über 100  000 Euro Spenden ein.

Kevin, Alexis, Familie Dorn, Oma Kober, Mika – ihre Namen stehen für Hunderte Menschen, denen unsere Leser in den vergangenen zehn Jahren geholfen haben. Dank dieser Teilnahme ist die Welt ein kleines Stückchen besser. Danke!