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Schloss Güstrow Lebendigkeit der Kunstszene MV

Von grie | 21.11.2017, 21:00 Uhr

Auf Schloss Güstrow werden vom 2. Dezember bis 4. März die Kunstankäufe des Landes der vergangenen drei Jahre präsentiert.

Seit 2011 präsentieren das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern und das Staatliche Museum Schwerin gemeinsam im Dreijahresrhythmus auf Schloss Güstrow die Kunstankäufe des Landes unter dem Motto „Land in Sicht“. So auch wieder vom 2. Dezember bis zum 4. März. Diesmal sind es 116 Werke aus den Jahren 2015, 2016 und 2017, die in den Ateliers von 23 Künstlern für insgesamt 131 000 Euro erworben wurden. „Die Kunstsammlung des Landes kann damit mit zahlreichen weiteren, auch international gültigen Positionen aufwarten. Die Sammlung macht insgesamt das spektakuläre Spektrum zeitgenössischer Kunst in unserem Land sichtbar“, ist Kulturministerin Birgit Hesse überzeugt.

Auch Schlossleiterin Dr. Regina Erbentraut freut sich, die Kunstankäufe wieder im Schloss Güstrow zeigen zu können. Sie ist zugleich die Kuratorin der Ausstellung. „Die Ausstellung gibt einen Einblick nicht nur in die Lebendigkeit der Kunstszene des Bundeslandes, sondern auch in die Ausdrucksvielfalt aktueller Kunst überhaupt“, sagt sie. „Expressive Malerei steht neben realistischer Feinmalerei, Abstraktion neben Gegenständlichkeit, entfesselte Farbigkeit neben monochromer Reduktion und Konzeptkunst. Objekte und Videoarbeiten sind ebenso vertreten
wie die klassischen Gattungen Malerei, Holzschnitt oder Handzeichnung. Mit Temperamalerei auf Kupfer, Porzellanmalerei und Modell gelangten auch ungewöhnliche, neu belebte alte Genres in die Sammlung.“

Werke junger Künstlerinnen wie Martha Damus oder Ramona Seyfarth behaupten sich neben der künstlerischen Vitalität der Usedomer „Altmeister“ Oskar Manigk und Matthias Wegehaupt. Mit den Arbeiten von Christian Frosch, Annette Leyener und Marcus Schramm sind Lehrende aus den Hochschulen des Landes prominent vertreten. Das inzwischen beachtliche Sammlungssegment der Fotografie wurde um die unterschiedlichen Auffassungen von Jaqueline Duhr, Heiko Krause und Gerhard Stromberg erweitert.

Nicht minder unterschiedlich sind die Themen, denen sich die Künstler zuwandten. Mit Phänomenen der maritimen, aber keineswegs nur hiesigen Landschaft befassen sich Martha Damus, Friedrich Wilhelm Fretwurst, Jörg Hamann, Wolfgang Tietze und Matthias Wegehaupt. Der magische Realismus des ehemaligen Güstrowers Lars Lehmann wendet sich dem Stillleben zu. Bei Hildegard Mann, Annelise Hoge, Sven Ochsenreither und Iris Thürmer geht es um Erscheinungsweisen der Farbe. Otto Manigk malt Hommagen an Künstlerpersönlichkeiten aus Popmusik, Literatur und Kunst, während für die konzeptuell arbeitenden Künstler Christian Frosch, Holger Stark, Marc W1353l und Rolf Wicker Kunst und Raum selbst zum Recherchegegenstand werden. Udo Dettmann, Jacqueline Duhr, Margret Middell oder Ramona Seyfarth setzen sich in ganz unterschiedlicher Weise mit humanitären und politischen Fragen auseinander.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit 128 Seiten. Zudem sind im Rahmen der Schau zahlreiche Veranstaltungen geplant, wie Gespräche mit einzelnen Künstlern, Filmvorführungen sowie Sonderführungen. Zu einer ersten Kuratorenführung mit Regina Erbentraut wird am 30. Dezember um 15 Uhr eingeladen. Auch zahlreiche museumspädagogische Angebote sind geplant.